4 Säulen
Aus WIGBIT
NLP ist hilfreich …
- ... für die persönliche Weiterentwicklung
- ... für Beziehungen und Kommunikation
Alle Techniken des NLP beruhen auf den vier Säulen:
Jede erlernte und eingesetzte Technik erzielt auf dieser Basis spezifische Resultate. Lass dich überraschen, wie sich dein Leben, deine Beziehungen, deine Erfolge rasch und positiv verändern lassen.
Inhaltsverzeichnis |
Rapport
Oft reden wir, ohne sicherzustellen, dass man uns auch zuhört. Wir agieren bevor wir die Aufmerksamkeit unserer Gesprächspartnerin oder unseres Gesprächspartners erhalten. Wir kommunizieren, ohne einen Draht zueinander gefunden zu haben. Im NLP nennt man die Kommunikation, die einen guten Draht herstellt, Rapport.
Die Gründer des NLP, John Grinder und Richard Bandler, haben herausgefunden, dass kommunikativ besonders begabte Persönlichkeiten auch in schwierigsten Situationen einen guten und schnellen Kontakt zu ihrem Gegenüber aufbauen. Sie beobachten zuerst die Eigenheiten ihrer GesprächspartnerInnen und übernehmen sie dann. Dadurch schaffen sie Gemeinsamkeit.
Der Tanz
Überlege dir, wie du erkennen kannst, dass zwei Menschen im Rapport, also in guter wechselseitiger Beziehung zueinander, stehen. Wenn du dich in Restaurants oder anderen Orten umsiehst, an denen sich Menschen treffen und miteinander kommunizieren, woher weißt du dann, welche Menschen einen guten Rapport zueinander haben und welche nicht?
Rapport ist wie tanzen! Die Bewegung des Partners bzw. der Partnerin wird beachtet und aufgenommen. Die eigene Bewegung wird angepasst und der Rhythmus wird gewahrt. Ist der Tanz gekonnt, so wirkt er beschwingt und leicht. Kommunikation fließt dann, wenn zwei Menschen miteinander im Rapport sind. Wenn ihre Körper, also ihre Worte, aufeinander abgestimmt sind.
In der kapitalistischen Leistungsgesellschaft, in der wir leben, agieren viele Menschen ganz allein für sich, statt Verbindung mit der Gesellschaft zu suchen. Der Individualismus und das Trachten nach einer Verbesserung des eigenen Lebens überwiegen häufig. Misstrauen gegenüber anderen und Egoismus (also übersteigerter Individualismus) prägen die Gesellschaft.
Neuem und Ungewohntem begegnen wir meist mit Zurückhaltung. Bekanntes schafft hingegen Vertrauen. Schaffe Vertrauen, knüpfe Verbindungen, schaffe Rapport! Je stärker dein Rapport - umso besser dein Ergebnis. Rapport herstellen beginnt mit dem Pacing und geht dann über ins Leading ...
Pacing – Schritt halten
Pacing kommt vom amerikanischen Wort „to pace": Schritt halten. Damit meint man eine über kürzer oder länger aufrecht erhaltene, möglichst unauffällige, behutsame Nachahmung verbaler und/oder nonverbaler Verhaltensweisen des Gegenübers. Diese führt – häufig sehr rasch, manchmal erst nach einer Weile – dazu, dass sich dein Gegenüber angenommen und verstanden fühlt.
Pacing basiert nicht etwa auf einer Illusion. Wenn du es ausübst, kannst du andere Menschen wirklich besser verstehen. Du gleichst dich deinem Gegenüber kognitiv und emotional an. Dadurch erfährst du viel über ihn/sie und kommst ihm/ihr tatsächlich ein Stück näher.
Einige Pacing-Methoden:
- Sich mit der eigenen Sprache an die GesprächspartnerInnen angleichen: Das geht über eine ähnliche Wortwahl, über die Verwendung desselben „Wahrnehmungskanals", über eine ähnliche Lautstärke und ein ähnliches Sprechtempo. Nicht gemeint ist damit das einfache inhaltliche Nachbeten dessen, was er/sie sagt. Näheres dazu findest du im Unterkapitel Wahrnehmung.
- Die eigene Körpersprache an die GesprächspartnerInnen angleichen: ähnliche, möglicherweise direkt gespiegelte Bewegungen machen, im selben Rhythmus atmen, usw.
- Die Sorgen und Nöte der anderen als berechtigt ansehen und ihnen das auch vermitteln.
Leading – Führen
Leading kommt vom englischen Wort „to lead" (führen). Du kannst dem Gespräch erst eine neue Richtung geben, wenn ein guter Rapport vorhanden ist.
Um zu prüfen, ob wirklich ausreichend Rapport vorhanden ist, kannst du das eigene Verhalten probeweise ein Stück weit ändern: z.B. die bisher nachgeahmte Sprechgeschwindigkeit ändern oder bewusst eine andere Körperhaltung als dein Gegenüber einnehmen.
Folgt jetzt das Gegenüber mit gleicher oder ähnlicher Veränderung (= pacing), ist ausreichend Rapport vorhanden, um zu führen. Folgt die/der andere nicht, ist ein erfolgreiches Führen noch nicht möglich – versuche durch Pacing-Varianten Rapport aufzubauen.
Dieses Führen ist ein Vorgang, wie er auch beim Tanzen vorkommt, wenn der Tanzschritt gewechselt wird. Zunächst gleicht ein/e PartnerIn sich den Tanzbewegungen der/des anderen an; dann möchte sie/er vielleicht die Führung übernehmen und einen neuen Schritt einführen. Der Übergang ist fließend und sehr erfolgreich, wenn vorher das Pacing gut klappte.
Während der Pacing-Phasen wird Rapport aufgebaut. Gleichzeitig lernt die/der NLP-AnwenderIn dabei sein/ihr Gegenüber sehr genau kennen.
In den Leading-Phasen kannst du dann die verschiedenen NLP-Methoden anwenden. Du kannst dieses Phänomen bewusst nutzen, um eine intensive Kommunikation herzustellen.
Separator – Unterbrecher
Ein Separator ist ein plötzlicher Reiz, der den bisherigen Zustand verändert. Einen Separator setzen bedeutet, den Rapport bewusst zu unterbrechen.
Ein Separator kann zum Beispiel so erzeugt werden:
Visuell:
- Du blickst nicht mehr dein Gegenüber an, sondern siehst aus dem Fenster.
- Du kramst in deiner Tasche, um weitere Unterlagen heraus zu holen.
- Du wirfst einen Blick auf die Uhr.
Auditiv:
- Du klatscht in die Hände.
- Du schlägst mit der Faust auf den Tisch.
- Ein Telefon klingelt.
Kinästhetisch:
- Du veränderst die Sitzposition.
- Du nimmst dein Gegenüber in die Arme.
- Du stehst auf und gehst herum.
In manchen Gesprächssituationen kann es sinnvoll sein, den Rapport zu unterbrechen. Wenn zum Beispiel eine Diskussion festgefahren scheint und die Emotionen hochgehen, kann ein Separator diesen Zustand unterbrechen, um nachher ein zielführendes Gespräch zu beginnen.
Manchmal passieren diese Unterbrechungen auch unbewusst und man muss den Rapport erneut aufbauen. Das plötzliche Klingeln des Telefons oder eine wichtige Mitteilung von ArbeitskollegInnen können den Rapport mit meinem Gegenüber unbeabsichtigt unterbrechen. Um danach wieder in das Gespräch einzusteigen, muss der Rapport erneut aufgebaut werden.
Andere Anwendungsgebiete des Separators ...
Ziele
Eine kleine =>> Geschichte zur Zielfindung …
Wir neigen dazu, eine Strategie oder Taktik festzulegen, ohne uns vorher zu überlegen, was wir erreichen wollen. Wer aber das Ziel nicht kennt, wird vielleicht nie den Hafen erreichen, in den er/sie segeln möchte. Darum müssen wir uns über unsere Ziele klar werden.
Merke:
Überlasse deinen Erfolg nicht dem Zufall. Dein Engagement ist zu wertvoll, als dass man es wie ein Spiel behandelt, das mal so und mal so ausgeht.
In diesem Kapitel wirst du entdecken, wie einfach es ist, ein SUPER-Ziel zu formulieren.
SUPER im Sinne von ...
- Sinnvoll
- Unmissverständlich – überprüfbar
- Positiv formuliert
- Eigenständig erreichbar
- Richtige Größe
Sinnvoll – Die Kraft der Vorstellung nutzen
Versuche, dir dein Ziel mit allen Sinnen und so genau wie möglich vorzustellen. Wichtig ist dabei, dass du dich zu Beginn bequem hinsetzt oder -legst. Versuche ruhig zu werden, schalte ab und lass los.
Stell dir dann einmal einen schönen roten Apfel vor.
Du solltest
- die Form und Farbe vor deinem inneren Auge sehen können,
- als nächsten Schritt das Geräusch hören, wenn du hineinbeißt,
- das Gefühl wahrnehmen, wenn die Zähne in den Apfel tauchen und zubeißen,
- dann den Geruch des Apfels wahrnehmen und dir den Geschmack auf der Zunge zergehen lassen.
Solltest du jetzt Lust auf einen frischen Apfel bekommen haben, wäre es gut, wenn du einen zu Hause hättest. :-)
Du kannst die Vorstellung mit alltäglichen Dingen üben:
- Mit Speisen, die du oft isst,
- mit Geräten, die du immer wieder benutzt,
- mit der Vorstellung von Räumen und Gegenständen.
Und wenn du das Gefühl hast, dass es gut klappt, dann geh über zu den wichtigen Dingen im Leben. Verwende die Visualisierung dazu, deinen Wünschen mehr Nachdruck zu verleihen.
Unser Gehirn kann zu Vorstellungen genauso starke Emotionen entwickeln wie zum tatsächlichen Erleben. Wer beim Gang in den Keller ein Rascheln hört und sich vor Einbrechern fürchtet, dessen Herz klopft genauso stark wie bei einem realen Überfall.
Tipp:
Nutze diese Vorstellungskraft, um dein Ziel mit allen Sinnen zu erfassen.
Überprüfbar – Ziele unmissverständlich formulieren
Dein Ziel muss überprüfbar sein. Je klarer du dein Ziel formulierst, desto eher wirst du wissen, ob du mit dem Ergebnis deines Projekts zufrieden bist.
Überprüfe dein Ziel laufend:
- Von wo bin ich ausgegangen?
- Wo stehe ich jetzt?
- Bin ich meinem Ziel näher gekommen?
- Was hat sich jetzt für mich und meine Umgebung verändert?
Wer Ziele überprüfbar macht, muss unmissverständlich sagen, was er/sie genau erreichen will. Vermeide deshalb bei der Formulierung von Zielen abstrakte Begriffe. Beschreibe den Zielzustand in ganzen Sätzen, die einfach und nachvollziehbar sind.
Überlege auch, ob der Weg zum neuen Ziel Nachteile hat. Sei dir im Vorhinein bewusst, dass du auch Negatives in Kauf nehmen musst, um dein Ziel zu erreichen. Dann fällt es dir viel leichter, dies später auch zu akzeptieren.
Positiv formuliert – Auf das Ziel zugehen
Ein weiterer großer Punkt in der Arbeit mit Zieldefinitionen ist das „Hin zu“ anstelle des „Weg von“ – das heißt, es macht einen Unterschied, ob ich sage:
„Ich will die Prüfung bestehen.“ (= Hin zum Ziel)
Oder: „Ich will bei der Prüfung nicht durchfallen.“ (= Weg vom unerwünschten Ausgang)
Konzentriere dich nicht darauf, was du nicht mehr haben willst, sondern lenke deine Aufmerksamkeit darauf, was du stattdessen haben willst. Durch die Definition dessen, was du in Zukunft gerne hättest, passiert Erstaunliches …
Du wirst merken: Es ist einfach, auf etwas zuzugehen, das du erreichen willst. Es ist hingegen schwieriger, von etwas wegzugehen, das du nicht willst. Wir können zwar Nein sagen, aber wir können nicht Nein denken.
Ich bitte dich z.B. jetzt, nicht an eine blau karierte Katze zu denken – ich wiederhole – denke nicht an eine blau karierte Katze. Was soll das? Ich habe dich doch gebeten, es nicht zu tun!
Achtung:
Das Unbewusste ignoriert Verneinungen, denn es kann nicht zwischen Realität und lebhafter Vorstellung unterscheiden.
Eigenständig erreichbar – Ziele beeinflussen können
Das Ziel muss innerhalb deines Einflussbereiches liegen. Wenn du mit einem Team etwas vereinbarst, müssen die Teammitglieder im Stande sein, dieses Ziel gemeinsam zu erreichen. Wenn du dich auf Personen außerhalb dieses Teams verlässt und diese lassen dich hängen, ist dein Ziel nicht mehr erreichbar.
Achtung:
Wenn in der Diskussion zu oft die Wörter „man sollte ...“, „man könnte ...“, „man müsste ...“ fallen, dann weißt du: Jetzt wird es unklar, jetzt wird es unkonkret, jetzt ist mein gesamtes Projekt in Gefahr.
Richtige Größe – Motivierend aber nicht überfordernd
Dein Ziel muss die richtige Größe haben. Falls es zu klein ist, kann es zu trivial sein, um dich zu motivieren. Vielleicht nimmst du dir vor, deine Bücher wieder einmal zu ordnen. Womöglich eher eine fade und nicht zu große Aufgabe. Um dich dabei richtig zu motivieren, solltest du diese Tätigkeit mit einem größeren Ziel verbinden. Zum Beispiel: Wenn du diese Arbeit erledigt hast und somit das Ziel erreicht hast, was würde es dir bringen?
Vielleicht wäre eine mögliche Antwort: Du bekommst bessere Übersicht über deine Bücher. Du findest schneller das Richtige und hast wieder mehr Platz in deinem Zimmer. Wenn du diese Verbindung hergestellt hast, kannst du zum kleinen Ziel mit der "Power" losstarten, die du vom größeren Ziel beziehst.
Tipp:
Manchmal passiert es, dass Ziele zu groß sind. In diesem Fall solltest du es in kleinere Unterziele und Etappen aufteilen.
Folgender Fragenkatalog wird dir helfen, dir dein Ziel praktisch und sinnlich vorzustellen, den Zusammenhang zu klären und Lösungswege für dein Ziel zu formulieren. Denn wer wie Alice im Wunderland nicht weiß, wohin er/sie gehen will, wird auch nicht den richtigen Weg finden.
Und nun viel Spaß für deinen erfolgreichen Weg zu deinen SUPER-Zielen: =>> Fragen.pdf (Achtung - neues Fenster!)
Misserfolge? Was soll das sein?
Menschen sind darauf programmiert, sich vor Misserfolgen zu fürchten. Das brauchst du aber nicht! Wir sprechen im NLP immer nur von Ergebnissen und Resultaten. Es gibt keine Misserfolge, es gibt nur Resultate.
Erfolgreiche Menschen glauben nicht an Misserfolge. Sie verfolgen einfach immer weiter ihr Ziel. Wenn du dir von vornherein ausmalst, was schief gehen könnte, dann wirst du daran gehindert, zu tun, was notwendig ist, um Erfolg zu haben. Sieh dich deshalb als Steuerfrau oder Steuermann auf See, die/der das Boot vorsichtig in Zielrichtung bringt, indem er/sie Kursabweichungen unermüdlich immer und immer wieder korrigiert. Schließlich wirst du im richtigen Hafen einlangen.
Merke:
Ein Misserfolg ist nur ein Umweg zum Erfolg. Und Umwege erhöhen die Ortskenntnis. Wir lernen aus eigenen Fehlern und aus denen anderer.
Eine kleine =>> Geschichte über Erfolg und Misserfolg … Apropos Präsident: sieh selbst, ob dieser Präsident wohl sein Ziel erreicht hat.
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Klicke bitte auf das Bild, um das Video zu starten.
Ökologie
Wenn du dich mit NLP befasst, wird es notwendig sein, dich auch mit den Auswirkungen deines veränderten Verhaltens zu beschäftigen. Dies tust du, indem du die Ökologie deines Verhaltens überprüfst. Was ist aber mit Ökologie gemeint?
Wenn man im Rahmen von NLP von Ökologie spricht, dann meint man die Unversehrtheit oder die Integrität eines Systems als Ganzes.
Das bedeutet, man spricht von der:
- Ökologie einer Person: Eine Person mit all ihren Eigenschaften gilt als System (persönliche Ökologie).
- Ökologie eines interpersonellen Systems: Hier gilt eine Familie, eine Organisation oder eine Institution als System.
- Ökologie einer Situation: Es handelt sich dabei um einen Teilbereich der persönlichen Ökologie. Gemeint ist die Ökologie einer beruflichen Situation, die Ökologie der finanziellen Situation usw.
Die Ökologie ist ein wichtiges Prinzip im NLP. Veränderungen können sich auf alle Bereiche des Lebens auswirken, das heißt Auswirkungen auf verschiedene ökologische Systeme haben.
Ökocheck – Anwendung
Lernen mit NLP ist hocheffektiv und bewirkt nicht selten drastische Veränderungen. Aus diesem Grund ist es unbedingt notwendig zu überprüfen, ob deine individuellen Ziele auch in deine Lebenssituation hineinpassen. Es stellt sich normalerweise nicht die Frage, ob du die Fähigkeit zur Veränderung hast, denn die hast du. Überprüfen musst du aber, ob du die Veränderungen auch wirklich willst.
Folgende Fragen können dir beim Ökocheck helfen:
- Kann ich die Veränderungen so in mein Leben einbauen, dass sich keine nachteiligen Folgen auf anderen Ebenen ergeben?
- Wie wirken meine Ziele, mein Verhalten und deren Auswirkung auf andere Systeme, wie zum Beispiel Familie, KollegInnen, Politik oder Umwelt?
- Sind diese Veränderungen mit meinen Werten vereinbar?
Ein ökologischer Check verfolgt das Ziel, innere Einwände in Erfahrung zu bringen, diese zu würdigen und zu nutzen. Es geht auch um die Erkundung der Konsequenzen eines Zieles aus unterschiedlichen Wahrnehmungspositionen.
Tipp:
Tauchen bei der Beantwortung der oben gestellten Fragen Bedenken auf, dann muss das Ziel so lange verändert werden, bis alle Bedenken ausgeräumt werden können.
Wahrnehmung
Wir nehmen die Welt mit unseren fünf Sinnen wahr. Weil wir nicht alle Eindrücke, die auf uns zukommen, verarbeiten könnten, filtern die fünf Sinne gleichzeitig unsere Wahrnehmung – sie sind unsere Wahrnehmungsfilter.
Unser Gehirn speichert unsere Erfahrungen gefiltert ab. Diese gefilterten Erfahrungen sind in unserem Denken und Fühlen repräsentiert. Sie helfen uns dabei, uns in der Wirklichkeit zu orientieren. Die fünf Wahrnehmungsfilter nennt man im NLP auch Repräsentationssysteme.
| Äußere Wahrnehmung | Repräsentationssystem |
| Bilder | Visuell |
| Töne/Geräusche | Auditiv |
| Gefühle/Bewegung | Kinästhetisch |
| Geruch | Olfaktorisch |
| Geschmack | Gustatorisch |
Jeder Mensch hat seine/ihre eigene Art, Informationen zu verarbeiten, sich zu orientieren, bzw. seine/ihre eigene Landkarte. Die Kenntnis darüber, in welchem Repräsentationssystem sich unser Gegenüber gerade oder bevorzugt befindet, erleichtert uns die Kommunikation.
Die Repräsentationssysteme werden im NLP kurz VAKOG genannt.
VAKOG
Durch unsere Erfahrung und Erziehung bevorzugen wir einen Informationskanal gegenüber dem anderen. Wir nehmen so uns selbst und unsere Welt auf unterschiedliche Weise wahr. Manchmal ist uns das bewusst, manchmal nicht.
Wir sind gewohnt, darüber nachzudenken, was wir denken, nicht aber darüber, wie wir über etwas denken.
- Menschen, die vorwiegend visuell orientiert sind, sehen die Welt vor allem in Bildern.
- Menschen, die eher auditiv orientiert sind, sprechen oft eher langsam und deutlich und sind wählerisch in Bezug auf Worte.
- Kinästhetisch orientierte Menschen verwenden gern Metaphern und Beispiele. Sie suchen das Konkrete und Greifbare und müssen für Dinge ein Gefühl bekommen.
- Olfaktorisch ausgeprägte Menschen nehmen die Welt durch die Nase wahr. Ihr Geruchssinn bestimmt ihre Wahrnehmung.
- Ähnlich ist es bei gustatorisch orientierten Menschen. Sie definieren die Dinge vor allem durch den Geschmackssinn.
Natürlich finden sich Elemente aller fünf Systeme in jeder Person, jedoch herrscht zumeist ein System vor. Vorwiegend werden der visuelle, der auditive oder der kinästhetische Kanal benutzt. Welchen Kanal wir selber bevorzugen, drückt sich vor allem in unserer Sprache aus.
Ausdrücke weisen auf das System hin
Einige Beispiele für Wörter, die auf das visuelle Repräsentationsmodell hinweisen:
Verben: ausmalen, beobachten, sehen, anschauen, anstarren, vorstellen, blühen, zeigen, scheinen, vorhersehen, visualisieren, reflektieren, klar machen, durchblicken, beäugen, fokussieren, offenbaren, überwachen
Adjektive: hell, deutlich, leuchtend, klar, finster, düster, glänzend, strahlend, dunkel, klein, eckig, weitsichtig, sichtbar, verschwommen
Nomen: Absicht, Bild, Aussicht, Horizont, Einsicht, Vision, Perspektive, Umriss, Entfernung, Größe, Nebel, Rücksicht, Fokus, Vorstellung, Illusion
Beispiele aus den anderen Repräsentationssystemen:
Auditive Ausdrücke ...
Verben: seufzen, sagen, lauschen, flüstern, diskutieren, brüllen, rufen, erwähnen, fragen, betonen, verkünden, anmerken, zuhören, hören, verstehen, summen, stöhnen, pfeifen
Adjektive: schrill, ruhig, dumpf, leise, taub, monoton, hörbar, sprachlos, harmonisch, laut, stimmig
Nomen: Ankündigung, Frage, Antwort, Akzent, Rhythmus, Ton, Geräusch, Schall, Stimme, Einklang, Musik, Knall, Krach
Kinästhetische Ausdrücke ...
Verben: fühlen, begreifen, berühren, bereinigen, umgehen mit, schleichen, drücken, spüren, laufen, biegen, anfassen, streicheln, schlafen, greifen, hängen, annehmen
Adjektive: sensibel, müde, frisch, weich, rau, glatt, schwer, unsensibel, gespannt, stark, warm, körnig, fest, kompakt, solide
Nomen: Kontakt, Gefühl, Empfinden, Druck, Gewicht, Temperatur, Intensität, Berührung, Spannung
Olfaktorische und gustatorische Ausdrücke ...
Verben: duften, riechen, schmecken
Adjektive: beißend, modrig, verfault, parfümiert, bitter, salzig, süß, sauer, frisch, fad, rauchig, scharf, schal, muffig, saftig
Nomen: Würze, Geschmack, Gourmet
Neutrale, unspezifische Begriffe ...
Verben: entscheiden, überlegen, denken, erinnern, verändern, wissen, motivieren, teilnehmen, lernen, wiederkehren, bewerten, bestimmen, verstehen
Adjektive: nett, gut, super, toll, klasse, bewusst, neugierig, informativ, notwendig
Nomen: Prozesse, Methode, Glauben, Vertrauen, Struktur, Problem, Wissen, Beziehung, Respekt, Technik, Möglichkeit, Kollege, Vergleich, Logik, Dinge, Person, Bedeutung
Die Sprache ist verräterisch
Aber nicht nur Wörter, sondern auch ganze Sätze und Redensarten deuten auf das Repräsentationsmodell hin:
Visuell: Sie hat den Durchblick! Zeig mir, was du meinst. Damit kommt Licht in die Sache! Ein Silberstreifen am Horizont. Es wird sich zeigen. Mir scheint … Das ist Ansichtssache. Du bist eine Augenweide!
Beispiele aus den anderen Repräsentationssystemen:
Auditive Redensarten: Das klingt vielversprechend! Mach nicht so ein Tamtam! Mit Pauken und Trompeten … Das klingt wie Musik in meinen Ohren! Da klingelt’s bei mir! Bin ganz Ohr! Da hab ich mich jetzt wohl verhört!
Kinästhetische Redensarten: Er hat die Sache voll im Griff. Ich stehe zu meinem Standpunkt. Wir drehen uns im Kreis. Es geht mir auf den Geist. Mein Herz rast … Er ist ein warmherziger Typ. Nehmen wir die Sache in Angriff!
Olfaktorische/gustatorische Redensarten: Es ist eine delikate Sache! Ich glaube, er wird Lunte riechen. Das ist doch eine faule Angelegenheit. Das ist bitterer Tobak.
Sinn-lich argumentieren
Mit Ausnahme von Technik, Bürokratie, Wissenschaft etc. weist die Sprache immer auf dahinter liegende Repräsentationssysteme hin. Die Beispiele zeigen, dass du recht einfach feststellen kannst, welches Sprachmuster dein Gegenüber verwendet. Je persönlicher ein Gespräch, umso deutlicher offenbart sich der bevorzugte Informationskanal unseres Gegenübers.
Hier einige Beispiele:
„Gestern hab ich mich nicht mehr hinaus gesehen. Ich hab ziemlich blöd drein geschaut, weil bei der Arbeit war kein Ende abzusehen. Weil der Chef, der schaut da nicht lange zu. Wenn da nicht alles blitzblank spiegelt, da sind deine Aussichten ganz schlecht." (Visuell)
„Wenn Sie mir einmal richtig zuhören würden, würden Sie rasch mit mir übereinstimmen, dass nur einer die erste Geige spielen kann. Mitbestimmung klingt vielleicht ganz gut, aber ein Orchester braucht einen Dirigenten, und das bin ich. Also schreien Sie nicht herum, sonst knallt's." (Auditiv)
„Nur die Gewerkschaft hat die Kraft, diese Situation hinzubiegen. In ständigem Kontakt zur Basis und mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl haben wir die besten Voraussetzungen, die Sache in Angriff zu nehmen, das spüre ich." (Kinästhetisch)
Natürlich spricht kaum jemand so eindeutig in einem Kanal. Aber stark ausgeprägte Bevorzugungen werden bei genauem Zuhören schnell deutlich. Dadurch erfährst du nicht nur mehr über deine/n KommunikationspartnerIn, sondern auch über dich selbst.
VAKOG anwenden
Zitat:
Die Wahrheit wird meistens gesehen, nur ausnahmsweise gehört. (Balthasar Gracian)
Wie kannst du jetzt mit Hilfe dieser Erkenntnisse arbeiten?
Versuche bei deinem nächsten Gespräch herauszufinden, in welchem Repräsentationskanal sich dein Gegenüber vorrangig aufhält und verwende daraufhin die „richtigen“, also seine/ihre Wörter. Du wirst staunen, wie stark dein/e GesprächspartnerIn darauf anspricht.
Achte bei deinem nächsten Referat oder Vortrag darauf, dass für alle, die dir zuhören, etwas dabei ist. Nicht nur für die, die denselben Informationskanal bevorzugen wie du. Wenn du bei der Gestaltung deiner nächsten Rede Begrifflichkeitssysteme (visuell, auditiv und kinästhetisch) verwendest, wird deine Kommunikation wirkungsvoller. Erzähle Geschichten. Erzeuge Bilder in den Köpfen deiner ZuhörerInnen. Lasse Filme in den Köpfen ablaufen.
Testergebnis – In welchem Kanal bist du zu Hause?
Nun möchtest du sicher wissen, welches Repräsentationssystem du bevorzugt benutzt. Erinnerst du dich an den Test, den du zu Beginn der Einheit ausgefüllt hast?
Wir kommen nun zur Auflösung:
- Notiere auf der linken Seite der Antwort,
- ein V, wenn sie visuell ist,
- in A, wenn sie auditiv ist,
- oder ein K, wenn die Antwort kinästhetisch ist.
- Die richtige Zuordnung findest du =>>hier (Achtung - neues Fenster!).
- Addiere die Punkte aus den jeweiligen Bereichen (V, A, K). Du erhältst drei Summen. (Überprüfung: Die Summe aller drei Bereiche zusammen ergibt 63 Punkte.)
Es kann nun sein, dass du einen Bereich stark ausgeprägt benutzt (mehr als 27 Punkte), und es kann sein, dass du einen anderen Bereich weniger ausgeprägt benutzt (weniger als 11 Punkte). Wenn du in keinem Bereich mehr als 27 und weniger als 11 Punkte hast, sind deine Repräsentationssysteme ausgeglichen.
Achtung:
Dieser Test ist nur eine kurze Momentaufnahme und daher nicht unter allen Umständen und zu jeder Zeit gültig.
Werte & Kriterien
Werte verkörpern das, was uns wichtig ist. Sie werden von Glaubenssätzen (engl. beliefs) und Einstellungen unterstützt. Wir erweben Werte durch Erfahrungen und durch das Modellieren, das Nachahmen von Familienangehörigen und Freunden. Werte stehen in Beziehung zu unserer Identität, sie sind uns wirklich wichtig, es sind fundamentale Prinzipien, nach denen wir leben.
Werte geben uns Motivation und Richtung, sie sind die wichtigsten Orte, die Hauptstädte in unserem Entwurf von der Welt, unserer Landkarte. Die Werte, die am längsten überdauern und uns am meisten beeinflussen sind frei gewählt, nicht aufgedrängt. Sie werden im vollen Bewusstsein aller Konsequenzen gewählt und bringen viele positive Gefühle mit sich. Oft umfassen Werte Nominalisierungen wie Reichtum, Erfolg, Spaß, Gesundheit, Liebe, Lernen etc.
Im NLP spricht man von Kriterien, um die Werte zu beschreiben, die in einem bestimmten Kontext wichtig sind. Kriterien sind weniger allgemein und umfassend als Werte.
Nehmen wir den Wert „Gesundheit". Kriterien, um diesen Wert zu leben, könnten zum Beispiel die folgenden sein: gesunde Ernährung, Fitsein, Gelassenheit usw.
Merke:
Werte sind fundamentale Prinzipien nach denen wir leben.
Kriterien beschreiben, wie wir diese Werte leben.
Werte und Kriterien herausfinden
Um dir über deine Werte und Kriterien klar zu werden, können dir folgende Fragen behilflich sein:
- Was ist mir wichtig?
- Was motiviert mich wirklich?
- Was muss für mich stimmen, was muss gegeben sein?
Kriterien und Werte müssen positiv ausgedrückt werden. Krankheit zu vermeiden, könnte ein Wert sein. Aber es ist besser, diesen Wert positiv als „Gesundheit" zu beschreiben.
Viele Dinge sind uns wichtig, und es ist ein nützlicher Schritt, ein Gefühl für die relative Wichtigkeit deiner Kriterien zu bekommen. Kriterien sind kontextbezogen. Daher wirst du andere Kriterien an deine Arbeit anlegen, als an dein Privatleben.
Werte und Kriterien anwenden
Du kannst Kriterien verschieden anwenden. Oft tun wir Dinge aus Gründen, die unsere Werte nicht voll ausdrücken. Es kann aber auch sein, dass wir vielleicht irgendetwas auf irgendeine Weise tun wollen, aber wir kriegen es nicht hin, weil andere, wichtigere Kriterien im Weg stehen. Vielleicht muss auch ein bestimmtes Ziel mit einem größeren Ziel verknüpft werden, das motivierend genug ist, weil es von wichtigen Kriterien gestützt wird.
Kriterien liefern die Energie für Ziele. Wenn du etwas für dich wichtig und wertvoll machen kannst, indem du es mit hohen Kriterien verbindest, werden Barrieren verschwinden.
Durch das Pacing der Werte oder Kriterien einer anderen Person wirst du guten Rapport herstellen. Wenn du nur die Körperhaltung des/der anderen "pacest", aber bei seinen/ihren Werten völlig „daneben“ liegst, ist es unwahrscheinlich, dass du Rapport bekommst.
Achtung:
Die Werte einer Person zu "pacen" bedeutet nicht, allem zuzustimmen, sondern sie zu respektieren.


