Basiswissen Betriebszeitung

Aus WIGBIT

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Definition Betriebszeitung

Unter einer Betriebszeitung versteht man eine regelmäßig erscheinende Druckschrift, die von im Betrieb verankerten gewerkschaftlichen oder politischen Gruppen herausgegeben wird.

Streng genommen handelt es sich um eine Zeitschrift, weil den Produkten das Zeitungsmerkmal der Tagesaktualität fehlt.

Eine Zusammensammenfassung zum Thema Betriebszeitungen bietet auch das Skriptum des VÖGB PGA-3 Betriebszeitung. Der Link zu den Skripten des VÖGB findet sich in der Literaturübersicht.

Die Betriebszeitung als Teil der betriebliche Öffentlichkeitsarbeit

Gewerkschaftliche Öffentlichkeitsarbeit - vom Gespräch am Arbeitsplatz, über Rundschreiben, Infos, schwarze Bretter, Betriebszeitungen, Broschüren oder die eigene Betriebsratshomepage - hilft, sich im Betrieb, in der Politik und in der Öffentlichkeit besser durchzusetzen. Die Betriebszeitung ist Teil der betrieblichen Öffentlichkeitsarbeit.

Wer erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit macht, wählt für seine Ziele die geeigneten Kommunikationsmittel aus:

  • Flugblätter informieren aktuell und schnell viele Menschen,
  • Plakate kündigen Veranstaltungen an,
  • das schwarze Brett bündelt wichtige Informationen, z.B. über die Aktivitäten des/der BetriebsrätIn,
  • Broschüren dienen der Hintergrundinformation.

Das Skriptum des VÖGB "Damit wir uns verstehen" erklärt, wie Öffentlichkeitsarbeit im Betrieb erfolgreich geplant und umgesetzt werden kann. Daneben enthält es zahlreiche Tipps zu den Themen Texten und Gestalten. (Der Link zu den Skripten des VÖGB findet sich in der Literaturübersicht.)

Funktionen von Betriebszeitungen

So sehr sich Betriebszeitungen inhaltlich und formal voneinander unterscheiden, haben sie doch vieles gemeinsam:

  • Informationsfunktion - Betriebszeitungen informieren ihre Lesenden über bedeutsame Ereignisse aus dem Betriebsgeschehen. Sie werden dann besonders gern gelesen, wenn sie den Beschäftigten eines Betriebes Informationen anbieten, die sie nur auf diesem Weg bekommen.
  • Servicefunktion - Mit den Informationen können die Beschäftigten ganz praktisch etwas anfangen.
  • Meinungsbildungs- und Orientierungsfunktion - Gewerkschaftliche Standpunkte werden aufbereitet und zur Diskussion gestellt.
  • Unterhaltungsfunktion - Betriebszeitungen beinhalten unterhaltsame Elemente.

Ziele von Betriebszeitungen

  • Betriebszeitungen begleiten die gewerkschaftliche Arbeit der Interessenvertretungsorgane kritisch und unterstützen sie.
  • Sie beantworten Fragen wie:
Was wurde gefordert?
Was wurde erreicht?
Wo ist mit Widerstand zu rechnen?
  • Eine Betriebszeitung bietet ein Forum der Selbstdarstellung. Bereits die Existenz des Blattes signalisiert: Die BetriebsrätInnen sind präsent.
Betriebszeitungen brauchen ein eigenständiges Profil, um in der Medienflut nicht unterzugehen.

Dies setzt Fantasie bei der Gestaltung des äußeren Erscheinungsbildes voraus und erfordert vor allem die Suche nach exklusiven Informationen.

Gewerkschaftliche Betriebszeitungen leben von der aktiven Beteiligung einer möglichst großen Zahl von KollegInnen. Aus diesem Grund gibt es für Interessierte die Möglichkeit, Arbeitsabläufe und Produktionsbedingungen des Betriebszeitungsteams mitzuverfolgen.

Gute Betriebszeitungen

  • signalisieren: Der Betriebsrat/die Personalvertretung ist präsent.
  • bieten ein Forum für die Beschäftigten.
  • informieren über wichtige betriebliche Ereignisse.
  • beantworten wichtige Fragen der Beschäftigten.
  • haben ein eigenständiges Profil.
  • bieten exklusive Informationen.
  • sind von praktischem Nutzen für die Beschäftigten
  • bereiten gewerkschaftliche Standpunkte auf und stellen sie zu Diskussion.
  • und nicht zuletzt: sie unterhalten die Lesenden auch.

Vorteile einer Betriebszeitung im Vergleich zu Internetmedien

Vom Frisiersalon über die öffentlichen Ämter bis hin zu Betriebsratskörperschaften: Alle haben heute eine eigene Webseite und das ist auch gut so. Trotzdem sollte bei aller Begeisterung für die neuen Medien nicht vergessen werden, dass gedruckte Medien anders genutzt werden:

  • Gedruckte Medien werden gründlicher gelesen als Texte im Internet. Im Schnitt hat man beim Lesen im Netz um 25 Prozent weniger Leseleistung als beim gedruckten Text. Jeder Mensch mit Bildschirmarbeitsplatz erlebt das täglich am eigenen Leib. Sehr häufig werden daher Texte, die man wirklich gründlich lesen möchte, ausgedruckt.

  • Nicht alle Beschäftigten eines Betriebs haben Zugang zum Internet. Auch in Betrieben mit vielen Bildschirmarbeitsplätzen hat noch lange nicht jeder und jede die Möglichkeit am Arbeitsplatz zu surfen. Informationen ausschließlich über das Internet zu verbreiten, schafft leicht ein Informationsgefälle.
  • Eine Zeitung hat den Vorteil, dass man sie mitnehmen kann. Sie lässt sich nicht nur im Büro, sondern auch im Zug, in der Straßenbahn und im Wartezimmer lesen. Zeitungen werden oft auch an mehrere Lesende weiter gegeben.

Persönliche Werkzeuge