Betriebsratswebsites
Aus WIGBIT
Seit einigen Jahren aus der betriebsratlichen Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr wegzudenken sind Betriebsratswebsites. Vorausgesetzt die Rahmenbedingungen passen, kann eine Homepage ein hervorragendes und kostengünstiges Medium sein, das die KollegInnen täglich über Neuigkeiten am Laufenden hält.
Aber Vorsicht: Nur wenn die Mehrheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz Zugang zum Internet hat, lohnt sich der Aufwand für eine eigene Seite. Ideal ist eine Website sicher überall dort, wo die Beschäftigten mehrheitlich am PC arbeiten. In vielen anderen Arbeitsumgebungen, etwa im Produktions-, Pflege und Reinigungsbereich, können die Beschäftigten nur in der Freizeit auf der Betriebsratsseite surfen und werden das daher wesentlich seltener tun.
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Aktualität
Das wichtigste Kriterium für den Erfolg der Website ist Aktualität. Eine Website ist ein sehr kurzlebiges Medium, das davon lebt, dass sich mindestens alle zwei bis drei Tage etwas Neues auf der Seite tut.
Bevor man das Internetprojekt startet, wird die Ressourcen-Frage geklärt:
- Gibt es mindestens 2 Personen im Betriebsratsteam, die über das notwendige Zeitbudget verfügen und sich regelmäßig um die Seite kümmern?
- Ist nur eine Person verantwortlich, besteht die Gefahr, dass im Krankheitsfall und in der Urlaubszeit die Website nicht regelmäßig aktualisiert wird. Das hat zur Folge, dass die Lesenden sehr schnell das Interesse verlieren.
- Auch Links müssen regelmäßig gewartet werden. Sind die Zeitressourcen begrenzt, verzichtet man besser auf umfangreiche Linksammlungen.
Aufbau und Gestaltung
Websites sollten wie alle Medien des Betriebsrats/der Personalvertretung vor allem betriebliche Themen enthalten.
Da Internetseiten öffentlich zugänglich sind, kann es notwendig werden, heikle Themen mit einem Passwort zu schützen.
Das Medium Internet ermöglicht, auf der Website nicht nur statische, sondern auch interaktive Elemente unterzubringen. Ein gut frequentiertes Forum oder Gästebuch kann eine gute Werbung für die Website sein. Aber Vorsicht: Nur die wenigsten Foren sind wirklich gut besucht und ein Forum, in dem der letzte Eintrag drei Monate zurück liegt und überdies vom eigenen Redakteur/der Redakteurin ist, wirkt nicht sehr ansprechend. Das gleiche gilt für Chat-Möglichkeiten.
Abzuraten ist auch von automatischen Zählern. Den BesucherInnen mitzuteilen, dass sie einem elitären Kreis angehören und erst 51, 299 oder 3124 Menschen vor ihnen die Website gesehen haben, wirkt unprofessionell.
Erste Schritte zur eigenen Website
Ist einmal die Entscheidung gefallen, eine eigene Website zu erstellen, wird ähnlich wie bei der Betriebsratszeitung vorgegangen: Das gesamte Team wird zusammen gerufen und gemeinsam die ersten Überlegungen angestellt.
Zunächst erstellt ihr eine Sammlung von Inhalten. Im nächsten Schritt gliedert ihr die Inhalte in die Punkte für die Haupt- und die Subnavigation. Eine geeignete Form, das zu tun, ist ein Mindmap – am PC oder auf einem Flipchart erstellt. So lassen sich nicht nur die Inhalte, sondern auch die Ebenen darstellen. Die erste Ebene wird die Hauptnavigation, die zweite die Subnavigation. Die Reihung der einzelnen Punkte erfolgt nach Wichtigkeit. Dazu ein Beispiel:
Tipps zum Aufbau einer Homepage
Als Faustregel gilt: Die Hauptnavigation sollte
- oben oder links stehen,
- nicht mehr als 7 Navigationspunkte umfassen,
- eindeutige, aussagekräftige Benennungen haben.
Umsetzungsmöglichkeit: ÖGB-Netzwerke
Für BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen bietet der ÖGB einen Website-Baukasten an. Wie dieser Baukasten funktioniert, lernen Interessierte am besten in einem Website-Seminar des VÖGB. Näheres dazu unter folgenden Links: netzwerke.oegb.at und www.voegb.at
Website im Intranet des Unternehmens
Viele größere Unternehmen bieten ihren Beschäftigten ein firmeneigenes Intranet an. Sehr oft können BetriebsrätInnen die eigene Seite in dieses Firmennetz stellen.
Das hat wesentliche Vorteile:
- Die Ressourcen (Webspace und Redaktionssystem) stellt die Firma zur Verfügung
- Design und Aufbau sind meist festgelegt und das Redaktionsteam braucht sich nur über die Inhalte Gedanken machen. Das spart Zeit und Geld.
- Dazu kommt, dass die Beschäftigten meistens das Firmenintranet automatisch als Startseite ihres Browsers eingestellt haben und Unbefugte von außen auf das Firmennetzwerk nicht zugreifen können.
Nachteile einer Seite im Intranet der Firma sind
- mangelnde Flexibilität bei der Gestaltung
- die Firmenleitung entscheidet unter Umständen mit, welche Inhalte online gehen.
Ob das firmeneigene Netzwerk genutzt werden kann, hängt von den zeitlichen und finanziellen Ressourcen und dem Verhältnis zur Firmenleitung ab.
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