Blog-Konzept
Aus WIGBIT
Betriebsrats-Blog
Eine Ist-Analyse, eine Zieldefinition und ein grober Ablaufplan erleichtern die Arbeit und verhindern ein Scheitern des "Blog-Projekts":
So kann eruiert werden, welche Arbeiten erledigt werden müssen, welche Aufgaben von wem übernommen werden und welche Ziele verfolgt werden.
Einige Anhaltspunkte, was das Rohkonzept für einen Betriebsrats-Blog beinhalten kann:
- Art des Blogs
z. B. öffentlicher BR-Blog: für alle einsehbar, die LeserInnen dürfen kommentieren. - Inhaltliche Schwerpunkte
halten ArbeitnehmerInnen über BR-Aktivitäten auf dem Laufenden; - Linksammlung
zu Webseiten, die für die ArbeitnehmerInnen interessant sind (z. B. Link zur Steuerausgleichseite des Finanzamtes und Link zu ÖGB-Seite mit Informationen dazu); Informationen zu relevanten Änderungen im Arbeitsrecht etc. - Design
grafische Ausrichtung klären: z. B. schlicht und übersichtlich, Header mit passender Bebilderung wie beispielsweise im Tchibo-Blog. - Postinggestaltung
Text- bzw. Beitragsgestaltung (ansprechend schreiben – eventuell grundlegende Richtlinien festlegen). - Blogger-Team (ähnlich einem Redaktionsteam)
Wer bekommt welche Aufgaben: z. B. Ein/e Blog-Beauftragte/r wird ernannt, um den BR-Blog zu erstellen und Einstellungen gegebenenfalls zu ändern. Im Rad postet jeder Betriebsrat/jede Betriebsrätin, sodass jede Woche ein neuer Artikel im Blog steht.Tipp:
Vorhandene Ressourcen nutzen: KollegInnen, die mit dem Medium Internet gut vertraut sind, mit einbeziehen. Die Praxis hat gezeigt, dass die erste Phase der Entwicklung besonders empfindlich ist: Eine technikorientierte oder besonders interessierte Person kann durch vorhandenes Know-how maßgeblich zum Erfolg eines BR-Blogs beitragen. - Ziel und Funktion
Unterstützung der Betriebsratsarbeit. Grundfrage klären: Wird ein BR-Blog benötigt und wenn ja: warum – welche Ziele haben wir? - Zielgruppe
Frage: Wer ist meine Klientel? Erreiche ich sie mit einem Blog?
Z. B.: Sollten in einem Betrieb fast ausschließlich ArbeitnehmerInnen beschäftigt sein, die weder in der Firma noch privat das Medium Internet nutzen, so wird der BR-Blog eventuell nicht das richtige Instrument sein.Tipp:
Von der Branche kann nicht auf die Internet-Affinität geschlossen werden. Denn es ist durchaus denkbar, dass die ArbeiterInnen eines Handwerksbetriebs das Web in der Firma nie nutzen, jedoch zu Hause häufig im Netz sind und somit ein BR-Blog Sinn macht. Andererseits ist ein hochqualifizierter Bereich keine Garantie dafür, dass die ArbeitnehmerInnen mit neuen Medien vertraut sind. Das Empathievermögen des Betriebsrates ist hier gefragt: aus der Perspektive des eigenen Mediennutzungsverhaltens heraustreten und ein Gefühl für die Bedürfnisse der Belegschaft entwickeln. - Zeitplan
Erstellung: Bis wann wird was von wem erstellt?
In welchen Intervallen sollen in der Regel Beiträge erscheinen?
Nach diesen grundsätzlichen Überlegungen und (eventuell) schriftlicher Erstellung eines Konzepts im Betriebsratsteam steht einer bloggenden Betriebsratskörperschaft nichts mehr im Wege. Das Konzept sollte ebenfalls als Beta-Version verstanden werden: Es ist jederzeit möglich, aufgrund praktischer Blog-Erfahrungen die eine oder andere Überlegung zu revidieren.
In einer globalisierten Welt werden vermehrt Attribute wie "Flexibilität und Zeit- und Ortsunabhängigkeit" gefragt. Mit einem BR-Blog hat der Betriebsrat die Möglichkeit, in seiner Informationspolitik ein Stück weit flexibel zu agieren. Da öffentliche Blogs im ganzen World Wide Web auffindbar sind, können sie von überall aufgerufen werden und im Bedarfsfall auch über die Firmenpforten hinaus für breitere Gegenöffentlichkeit sorgen. Dies kann mitunter ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Interessensvertretung sein.
Erfolgsfaktoren
Der Erfolg eines jeden öffentlichen Blogs ist von mehreren Faktoren abhängig:
Die Seite sollte in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden. Es ist nicht notwendig, dass täglich Neuigkeiten im Blog stehen. Besser nur ein- bis zweimal im Monat eine wirklich interessante Nachricht veröffentlichen als drei Beiträge pro Tag, die vollkommen irrelevant sind. Mit uninteressanten Postings provoziert der/die BetreiberIn, dass seine/ihre LeserInnen denken: "Dort steht nur Unsinn – pure Zeitverschwendung". Wenn der/die LeserIn mehrmals mit uninteressanten Nachrichten belästigt wird, ist die Gefahr groß, dass er/sie die Seite nicht mehr ansteuert. Der/Die verärgerte UserIn wird sich in der Folge auch nicht in einen Newsletter eintragen und sämtliche Informationen zum Blog ignorieren. Selbst wenn eine von zehn Nachrichten für diese Person äußerst relevant wäre, geht sie dann daran vorbei.
Es geht hier auch um Respekt: Respekt vor dem Zeitvolumen des potenziellen Lesers/der potenziellen Leserin.
Ein/e erfolgreiche/r BloggerIn hat folgende Grundeinstellung: "Ich will informieren und unterhalten, aber nicht langweilen."
Zudem muss die Seite optisch ansprechen: Der/Die UserIn muss sich darauf zurechtfinden. Auch komplizierte Schachtelsätze haben im Web wenig verloren. Gerade hier muss auf die Länge und Lesbarkeit von Beiträgen besonders geachtet werden, da die Augen beim Lesen vom Bildschirm schnell ermüden. Die Seite muss übersichtlich sein und die Texte redaktionell gut aufbereitet.
Daneben zählen natürlich auch die Inhalte selbst. Sie sollen im Idealfall für den/die LeserIn einen Nutzen bringen. Ein paar Anregungen, welche Informationen in einem Betriebsratsblog einen solchen Mehrwert bringen könnten:
- Nutzen durch praktische Tipps: z. B. Geld sparen, "Steuern vom Finanzamt holen"
- Nutzen durch Unterhaltung: z. B. Fotogalerie von einem BR-Ausflug
- Nutzen durch Exklusiv-Informationen: z. B. Veröffentlichung eines Interviews mit der Geschäftsführung zu einem aktuellen Thema (z. B. Ausgliederungsabsichten)
- Nutzen durch Termintransparenz: z. B. Information über BR-Aktivitäten wie geplante Versammlungen, Events oder Forderungen
- Nutzen durch Neuigkeiten: Änderungen bei Kollektivverträgen
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