Freie Produktionszonen

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Billig - Auf wessen Kosten?

In den 1980er Jahren entstanden auf Anregung des IWF in etlichen Entwicklungsländern sogenannte "Freie Produktionszonen" (kurz FPZ bzw. Export Processing Zones, kurz EPZ).

Weltweit existieren rund 200 solche Freie Produktionszonen in etwa 50 Ländern. Dort sind etwa 42 Millionen Menschen beschäftigt, davon 80% Frauen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren. Sie bekommen zwischen 20 und 50% weniger Gehalt als die Männer, die in den Produktionszonen beschäftigt sind. Allein in Mexiko arbeiten mehr als 1 Million Menschen in solchen Zonen.

Die Arbeitssituation in Freien Produktionszonen ist gekennzeichnet durch

  • niedrige Löhne,
  • unzureichende Sozialleistungen,
  • lange Arbeitszeiten,
  • gefährliche Arbeitsplätze
  • und fehlende Gewerkschaften.

"Frei" sind diese Produktionszonen von Steuern, frei von freien Gewerkschaften und frei von sozialen Mindeststandards.

Die Textilindustrie ist bekannt für ihre schlechten Arbeitsbedingungen. Arbeitswochen von mehr als 70 Stunden, geringe Löhne und Entlassungen wegen Gewerkschaftsangehörigkeit sind keine Seltenheit.

Die Lohnkosten betragen nur einen geringen Prozentsatz des Stückpreises, was in keinem Verhältnis zu den Werbeausgaben der großen Marken und ihren Gewinnen steht:

Wer bekommt wieviel Prozent?

Bild:Schuhpreis.jpg

Quelle: Clean Clothes, www.cleanclothes.at

Sweat shops

Diese "Freien" Produktionsanlagen werden auch "maquiladoras" oder "sweat shops" genannt. Oft liegen sie - versehen mit Zugangsschranken - an der Küste eines Landes.

Auf diesenTerretorien ist jegliches Recht außer Kraft gesetzt. Auf der Tagesordnung stehen Einschüchterung, Überwachung und Unterdrückung. Mehrheitlich arbeiten in diesen "maquilas" Frauen. Überstunden zu verweigern kann sich niemand leisten. So kommt es dann auch schon mal zu 90-Stunden-Wochen (etwa 13 Stunden an 7 Tagen die Woche). Mit 35 Jahren sind die Frauen dann reif für die Pension - wenn es sie denn dort gäbe.

Zu den Kunden Freier Produktionszonen zählen Tommy Hilfinger, Nike, Reebok, adidas, ...

In der (Sport-)Bekleidungsindustrie macht die erfolgreiche internationale "Clean Clothes"-Kampagne seit Jahren aufmerksam:

aus "Opfer der Globalisierung - maquiladora" von Leo Gabriel, A 1998

Verleih: BAOBAB Weltbilderstelle

Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften (IBFG) veröffentlichte einen Report über Freie Produktionszonen: Media:Behind the Brand Names.pdf (englisch, 253k)



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