Kakao international

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Die weltweite Kakaoproduktion wird von einigen wenigen Unternehmen beherrscht, die in der ganzen Welt ein Netz von landwirtschaftlichen Betrieben, Plantagen, Fabriken und Handelseinrichtungen besitzen. (Giganten wie Nestlé, Mars, Phillip Morris, Hershey, Cadbury kontrollieren den Weltmarkt.) Diese Multis können – und tun es auch weitestgehend – dem gesamten Wirtschaftszweig ihren Willen auferlegen.

Das Bestreben der Multis, die Produktivität bei gleichzeitiger Kostenminimierung zu erhöhen, hatte für viele PlantagenarbeiterInnen und Bauern/Bäuerinnen sowie für die Beschäftigten in den Kakao verarbeitenden Betrieben negative Folgen:

  • Während die Kosten für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit der Unternehmen etwa 20% des Umsatzes betragen, liegen die Lohnkosten der ProduzentInnen bei nur 12%. Die Kakaobauern und -bäuerinnen in den südlichen Ländern (Malaysia, Indonesien, Westafrika, Brasilien) befinden sich in einem Existenzkampf und kämpfen länderspezifisch mit jeweils unterschiedlichen Problemen.
  • Überproduktion und geringste Produktionskosten führten zum Verfall des Kakaopreises auf dem Weltmarkt und zur Ansammlung eines Kakaobergs. Tausende von Bauern und Bäuerinnen mussten die Kakaoproduktion aufgeben. Versuche, die Produktion zu drosseln und den Kakaopreis zu heben, zog die Verwendung von Substituten für Kakaobutter nach sich und damit wiederum eine Reduktion der Nachfrage.

Weitere Problemkreise der Kakaoproduktion:

  • Armut durch Ausbeutung,
  • Kinderarbeit,
  • Repressionen bis hin zu bewaffneten Einsätzen gegen Arbeiter,
  • übermäßige Verwendung von gesundheitsschädlichen Insektiziden und Kunstdünger,
  • aber auch moderne Managementmethoden amerikanischen Zuschnitts (Selbstkontrolle).

Vor diesem Hintergrund ist im Jahr 1987 in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften in Lateinamerika, Westafrika, Südostasien und West- und Osteuropa ein gemeinsames Kakaoprojekt entstanden (Transnational Information Exchange).

In Österreich nehmen Angehörige der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung an diesem Projekt teil. Ziele sind die Errichtung einer Plattform für alle Beteiligten, die Herstellung von Kontakten, die vielfachen Zusammenhänge in der Kette der Schokoladenproduktion tranparent zu machen, die Errichtung eines internationalen Solidaritätsnetzwerks und die Stärkung der Gewerkschaften in den betroffenen Ländern.

Greifbare Erfolge erzielte das Projekt mit internationalen Protestaktionen:

  • So wurde verhindert, dass 1000 ArbeitnehmerInnen des Kakaoinstitutes CEPLAC in Brasilien entlassen wurden.
  • Erfolgreich war auch die Kampagne gegen Fremdfette, die sich mittlerweile in der "Schokoladen-Richtlinie" der EU niedergeschlagen hat.

Zu den Aktivitäten der Nahrungsmittel-Gewerkschaften gehören auch die Kampagnen:

??? Bei der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung ist eine CD mit weiteren Informationen zum Thema "Hot Chocolates" zum Preis von € 6,90 erhältlich.


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