Meine Daten sind frei (zugänglich)

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Wer sich im Web bewegt, ist grundsätzlich nicht anonym. Wer Web-2.0-Anwendungen nützt schon gar nicht. Dies hat unterschiedliche Gründe: Zum einen, weil viele NutzerInnen ohnehin ihre Identität inklusive mehr oder weniger detailliertem Profil ins Netz stellen. Zum anderen, weil theoretisch jeder Schritt nachvollziehbar ist (siehe Beispiel Google).

Die meisten Web-2.0-Anwendungen (Social-Network-Profile, Blogs, Fotoplattformen etc.) sind öffentlich zugänglich und können von jedem eingesehen werden. Manche dieser Services bieten zusätzlich Schutzmaßnahmen an, so können beispielsweise Profile oder Blogs nicht über Suchmaschinen auffindbar gemacht werden (meist unter dem Punkt Einstellungen oder Privatsphäre).

Ein Spaziergang im Web ist, als würden Fußspuren in einem Schlamm hinterlassen, die dann gefrieren und (beinahe) im ewigen Eis verhaften: Einmal hinterlassene Spuren im Web bleiben oft lange Zeit bestehen. So ist es bei vielen Plattformen nicht einmal möglich, sein Profil zu löschen, sondern lediglich stillzulegen. Es gibt mittlerweile eigene Firmen, die sich damit beschäftigen, unerwünschte Daten für KundInnen wieder aus dem Web zu entfernen. Personenbezogene-Werbung (StudiVZ, facebook etc.) wird mit Profilen auf sozialen Netzwerken ebenfalls leicht möglich.

Inhaltsverzeichnis

Suchmaschinen

Google ist wohl die berühmteste Web-Anwendung überhaupt. Die Google-Väter, Sergai Brin und Larry Page – beide sind Jahrgang 1973, kommen aus Mathematikerfamilien und haben gemeinsam Informatik studiert. Die frei benutzbare Suchmaschine ist ein ausgeklügeltes System aus Hardware und Software, die Daten speichert und bei Suchanfragen ausliefert. Ausgetüftelte Algorithmen sorgen für die Reihung der Treffer nach Relevanz. In diesem Punkt ist Google – trotz heftiger Kritik, vor allem im Bezug auf Datenschutz – immer noch unübertroffen im Vergleich zu anderen Suchmaschinen.

Zudem speichert Google in seinem Archiv für einen gewissen Zeitraum auch Seiten ab, die bereits aus dem Netz genommen wurden ("cache"). Natürlich sind die von Google ausgegebenen Informationen zu einem bestimmten Thema nur bedingt tatsächlich relevant, da die Datenausgabe lediglich nach einem errechneten Raster erfolgt. Die Suche via Google ist daher nur bedingt als "gutes" Rechercheinstrument zu betrachten.

Google speichert aber nicht nur Informationen im Web für Suchanfragen ab, sondern auch jede einzelne Suchanfrage mit dazugehöriger IP-Adresse. Das bedeutet theoretisch, dass auch Sucherprofile erstellt werden können. Konkret heißt das: Google weiß, wofür ich mich interessiere, womit ich mich beschäftige, welche Menschen ich google – kurzum wer ich als Suchender bin.

Allgemeine Suchmaschinen:
google.at
yahoo.com
bing.com

Personendatenbezogene Suchmaschinen

Mit der österreichischen Suchmaschine 123people.at kann effizient nach personenbezogenen Daten gesucht werden: Einfach den Namen eingeben und schon wird nach verschiedenen Kategorien Datenmaterial zum Namen aufgelistet: Fotos, Adresse, Bestellungen bei Amazon, Netzwerk-Profile, Dokumente, Blogs etc. Alle Daten, die öffentlich gemacht wurden, können auf einen Blick Personen zugeordnet und dargestellt werden. Dieser Dienst ist ein Grund mehr, mit persönlichen Daten im Netz sorgfältig umzugehen.

Personendatenbezogene Suchmaschinen:
123people.at
yasni.de

Reputation: Digitaler Ruf

"Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert?"

In der virtuellen Welt rückt alles sehr nahe zusammen ... das globale Dorf, wie es auch genannt wird, ist mitunter mit mittelalterlichen Dorfstrukturen vergleichbar: Früher wusste auch jeder von jedem alles und gegebenenfalls wurde eine in Ungnade gefallene Person an den Pranger gestellt.

Heute sind auf Knopfdruck Daten über viele unserer Mitmenschen abrufbar. Wer denkt: "Selbst schuld, wer sich im Netz exhibiert, darf sich über die Verbreitung der Daten nicht wundern", der urteilt vorschnell: Auch Personen, die selbst gar nichts ins Netz stellen, können zu einer "web-öffentlichen" Person werden. Beispielsweise gibt es eine Plattform, auf welcher UserInnen HochschulprofessorInnen bewerten können; jede Bewertung fließt in ein automatisches Ranking ein und ist vollkommen frei für jeden abrufbar (meinprof.org). Ob diese Beurteilungen immer fair ausfallen, ob sie repräsentativ sind oder auch schon mal ein Racheakt eines verärgerten Studenten, sollte kritsch betrachtet werden.

Faktum ist: Die Beurteilungen stehen dann öffentlich im Netz. Weiters sind heute auch Mobbingfälle bei Jugendlichen via Video- oder Netzwerkseiten keine Seltenheit mehr. Die meisten Handys verfügen über eine Kamera und leider ist deren missbräuchliche Verwendung keine Seltenheit (z. B. Videos von Jugendlichen, die jemanden verprügeln; durch das Veröffentlichen im Netz potenziert sich die Demütigung der Opfer). Die technischen Voraussetzungen in Kombination mit persönlichen Daten bieten auch im negativen Sinne viele Möglichkeiten ...

Es gibt dazu einen simplen Rat: In das Internet nur Daten stellen, die man auch jedem x-beliebigen Fremden auf der Straße erzählen würde, denn die Informationen im Netz sind grundsätzlich öffentlich.

Urheberrecht

Die Verwendung von Materialien (Fotos, Text, Videos) kann mitunter teuer werden. Auf der Seite frag-einen-anwalt.de können die kuriosesten Fälle nachgelesen werden: Es ist schon passiert, dass jemand bearbeitetes Bildmaterial für die Gestaltung seiner Website von einem Anbieter gekauft hat und später noch einmal von dem eigentlichen Urheber des Bildmaterials zur Kassa gebeten wurde. Der Käufer musste zweimal zahlen, da Unwissenheit über die unrechtmäßige Verwendung des "Zwischenhändlers" nicht davor schützt, dem rechtmäßigen Eigentümer den Content zu bezahlen. Dieses Beispiel ist sicherlich ein Extremfall, doch die unrechtmäßige Verwendung von kostenpflichtigem beziehungsweise geschütztem Content (z. B. Agenturbilder) kann eine Rechnungslegung des Eigentümers nach sich ziehen und ist keine Seltenheit. Im Grunde ist es ganz einfach: Content, der im Web scheinbar frei zur Verfügung steht, hat in der Regel EigentümerInnen. So wie in jedem realen Geschäft wird auch im Web Diebstahl geahndet. Mitunter kommt es nicht nur zu einer Verrechnung des üblichen Preises, sondern auch zu einem saftigen Strafaufschlag oder zu einer Anzeige.

Neben dem strengen Copyright © gibt es vermehrt Content mit creative commons CC: Inhalte, die mit creative commons versehen sind, dürfen unter bestimmten Bedingungen (unentgeltlich) weiterverwendet werden. Diese Einschränkungen (z. B. Weiterverwendung bei Namensnennung erlaubt) werden mit Symbolen kenntlich gemacht:


Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons

Viele Web-2.0-Plattformen arbeiten mittlerweile mit diesen creative commons. Damit bestehen relativ viele Möglichkeiten, Content weiterzuverwenden, ohne damit eine Urheberrechtsverletzung zu begehen. So gibt es Fotoplattformen, auf die eigene Fotos gestellt werden können und im Gegenzug die der anderen UserInnen verwendet werden dürfen oder Musikplattformen, wo KünstlerInnen bestimmte Stücke zur freien Verfügung stellen.

Tipps zur sicheren Nutzung

Persönliche Daten

Bei Wohnadresse, Firmenadresse, Telefonnummern und email-Adressen genau überlegen, ob überhaupt und wenn ja, wo es Sinn macht, sie zu veröffentlichen. Im österreichischen Telefonbuch herold.at ist in den meisten Fällen deine Wohnadresse ohnehin zu finden. Passwörter und persönliche Vorlieben gehen Fremde nichts an. Ebenfalls empfiehlt sich, einen anonymen "Nickname" (= Benutzername) zu verwenden.

Nicht alles vorbehaltlos glauben

Ein gesundes Misstrauen gegenüber Behauptungen, die sich so im Netz finden, empfiehlt sich. Denn oft ist die Quelle der jeweiligen Information nicht klar und man weiß nicht, ob jemand wirklich der ist, der er vorgibt zu sein.

Quellenangaben

Wenn du Textausschnitte anderer AutorInnen verwendest, ist mit der Quellenangabe klar zu kennzeichnen, woher und von wem dieser Text stammt.

Urheberrechte beachten

Ohne Einwilligung der UrheberInnen ist das Hochladen von Musik, Videos und Software verboten. Ausgenommen davon sind so genannte "creative commons" (siehe Kapitel "Urheberrecht").

Persönlichkeitsrecht

Selbstverständlich hat man das unübertragbare Recht auf das eigene Bild. Die Verbreitung von Fotos oder Videos, die andere nachteilig darstellen, ist verboten. Am besten, du frägst vorher die Abgebildeten, ob sie mit einer Veröffentlichung einverstanden sind.

Computer schützen

Für jede Hardware werden Anti-Virus-Programme samt regelmäßiger Aktualisierung angeboten. Nutze sie!

Pishing-mails

Reagiere nie auf emails, die dich dazu auffordern, beispielsweise deine Kreditkartendaten oder bei online-Banking deine PINs und TANs bekannt zu geben. Wenn du dir unsicher bist, telefoniere mit deiner Bank.

Illegale Inhalte

Solltest du auf Webseiten stossen, auf denen Hinweise zu Nazi-Inhalten oder Kinderpornographie zu finden sind, melde diese Webseiten bitte bei der Hotline stopline.at.

Netiquette

Die Nutzungsbedingungen ("terms of services") der einzelnen Plattformen sind auch dazu da, die so genannte "Netiquette" - also Umgangsformen und Verhaltensregeln untereinander - festzulegen, der man ebenfalls zustimmt. So wird beispielsweise auf den Tonfall und auf die Wahrung von Urheberrechten geachtet wie auch rassistische, sexistische und menschenverachtende Darstellungen unerwünscht sind. Der Betreiber der Plattform behält sich dadurch vor, den Teilnehmenden bei Verstoß auszuschließen. Viele Plattformen bieten die Möglichkeit, etwaige Verstöße, die einem beim Internet-Surfen auffallen, auch zu melden.


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