Redetechniken
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Vorstellung
RednerInnen werden gewöhnlich vom Veranstalter eingeführt. Dies soll einen Übergang vom bisherigen Programm zur kommenden Präsentation herstellen; darüber hinaus wird für den Redner oder die Rednerin der Kontakt zu den Zuhörern und Zuhörerinnen aufgebaut.
Wer jemanden vorstellt, sollte folgendes beachten:
- Das Thema nennen.
- Interesse am Thema wecken; z.B.: Warum ist das Thema so wichtig? Kann man ein Beispiel für einen Vorteil nennen? Gibt es ein persönliches Erlebnis? Dies sollte deutlich und erwartungsvoll geschehen.
- Die Qualifikation des Redners nennen; z.B.: Warum gerade dieser Redner oder diese Rednerin? Warum hat er/sie das Recht darüber zu reden?
- Den Namen des/der RednerIn nennen.
Wenn der Redner oder die Rednerin sich selbst vorstellen muss, wird er/sie erwähnen:
- Namen, Firma, Institution und Position
- Das Thema der Rede
- Die Bedeutung des Themas für die HörerInnen
- Und auch: unsere Qualifikation in Bezug auf das Thema
Die Körpersprache
Körpersprache sollte nicht zu stark von dem Vortrag und seinen Inhalten ablenken.
- Der Redner oder die Rednerin geht mit Schwung nach vorne, und nimmt diesen Schwung mit in die Rede. Schwung, Engagement, Gefühle - die Teilnehmer spüren das.
- Er/sie steht während des Vortrages auf beiden Beinen, das Gewicht ist gleich verteilt, Füße hüftbreit auseinander.
- Er/sie sollte nicht auf und ab gehen, weil dies die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zieht. Möglich ist z.B., nach jedem Redeabschnitt die Position im Raum zu verändern und den eigenen Raum zu erweitern.
- Wer mit dem Oberkörper hin- und herwackelt oder nervös mit seinem Händen spielt, macht auch keinen guten Eindruck.
- Die Hände hängen locker neben dem Körper, und redebegleitende Gesten können von unten begonnen werden.
- Die Körperhaltung sollte zur Person passen. Der Redner oder die Rednerin sollte nicht versuchen, jemand anderes zu sein. Lieber die eigenen Stärken trainieren und auf ein professionelles Feedback achten.
- Das Publikum sollte einbezogen werden: viele Sichtkontakte. Visier nicht auf Unendlich einstellen oder "gegen den Himmel" richten. Mit einzelnen Personen richtig dialogisieren (Blick).
- Und der Redner oder die Rednerin sollte auch nicht den Blick ständig nach unten ins Manuskript senken. Wer ständig auf seinen Zettel starrt, macht keinen kompetenten und lebendigen Eindruck.
Gute Sicht
Laut "Die Zeit" vom Mai 1996 fand der Psychologe Jon Driver heraus, dass Menschen einander besser verstehen, wenn sie die Münder ihrer Gegenüber sehen. Das liegt erstaunlicherweise nicht etwa daran, dass die Zuhörer und Zuhörerinnen dem Redner/der Rednerin von den Lippen ablesen. Vielmehr benutzt das Nervensystem einen Trick: Wenn die Eingangssignale zweier Sinnesorgane zusammenpassen, verstärken sie einander.
Folglich kann das Publikum den Redner oder die Rednerin besser hören, wenn es ihn oder sie deutlicher sieht.
Deswegen sollte vom Veranstalter dafür gesorgt werden, dass jede/r im Publikum freie Sicht auf den Redner oder die Rednerin hat.
Der Redner oder die Rednerin muss immer daran denken: Das gesprochene Wort ist flüchtig.
Der/die ZuhörerIn kann also nicht nachlesen, was er/sie nicht verstanden hat. Deshalb soll man so sprechen, dass Zuhörer und Zuhörerinnen dem Vortrag auch dann folgen können, wenn sie unkonzentriert, überarbeitet oder ungebildet sind.
Check-Liste zur Redetechnik
| Blickkontakt | Kein Scheibenwischerblick. Mit einer Person länger reden. Kein Ablesen. |
| Dialogisch präsentieren | (Wenn möglich) PartnerIn wechseln |
| Lautstärke | Je nach Situation unterschiedlich laut reden. Beim Gebrauch einer Verstärkeranlage im Kammerton sprechen. Ohne Verstärker entsprechend der Raumgröße sprechen. |
| Sprache dem Publikum anpassen | Zum Beispiel bei Anwesenheit von Nicht-Österreichern Standardsprache verwenden. |
| Pausentechnik | Eine kurze Pause vor dem Redebeginn ist ein Muss. Pausen zwischen Gedanken einschalten. Eine richtige Pausentechnik ist ein Markenzeichen der guten Rednerin oder des guten Redners. |
| Identifikation | Eigenes Denken und Fühlen muss mit der Aussage übereinstimmen. Präsentieren heißt immer Mitempfinden. |
Damit das "Was" der Rede beim Zuhörer auch ankommt, muss es durch das "Wie" unterstützt werden.
Die Sprechweise und Gestik können helfen, wichtige Punkte hervorzuheben. Betonungen und langsame Sprechweise sind dabei ebenso wichtig wie unterstreichende Gesten.
Was tun, wenn man während des Vortrags stecken bleibt?
- Die Gruppe miteinbeziehen: "Kann mir jemand weiterhelfen?"
- Ein humorvolles Zitat oder eine Anekdote: "Bei meinem ersten Einstellungsgespräch habe auch nicht weiter gewusst."
- Rekapitulieren: Gesagtes wiederholen.
- In die Pause retten.
- Sprechpause machen: z.B. Wasser trinken.
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