Richtig zuhören
Aus WIGBIT
Das größte Kompliment macht der Empfänger dem Sender, wenn er sich auf ihn/sie konzentriert. Wir müssen den Menschen zuhören!
Ein Mann, der andauernde Streitigkeiten mit seiner Frau nicht länger ertragen konnte, bat einen Meister um Rat:
"Kaum macht einer von uns den Mund auf, unterbricht ihn der andere schon. Ein Wort, dann haben wir gleich wieder Streit miteinander, und jeder von uns ist mürrisch und schlecht gelaunt", sagte der Mann. "Dabei lieben wir uns doch, aber so kann es nicht weitergehen. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll."
"Du musst lernen, deiner Frau zuzuhören," sagte der Meister. "Und wenn du sicher bist, dass du diese Regel beherrscht, dann komm wieder zu mir."
Nach drei Monaten sprach der Mann wieder beim Meister vor und erklärte, er habe jetzt gelernt, auf jedes Wort, das seine Frau sagt, zu hören. "Gut", sagte der Meister mit einem Lächeln. "Wenn du in einer glücklichen Ehe leben willst, musst du jetzt noch lernen, auf jedes Wort zu hören, das sie nicht sagt."
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MITeinander reden
... ist schwierig. Nicht nur, weil wir Mühe haben, das zu sagen, was wir meinen, sondern auch deshalb, weil wir eben nur miteinander reden und nicht aufeinander hören. Das Hören wird viel zu oft vernachlässigt. Es gibt einen Unterschied zwischen Hören, Hinhören und Zuhören:
- Beim Hören streift der Schall das Ohr.
- Beim Hinhören geht der Schall auch am Ohr vorbei, aber ein Teil der Botschaft geht ins Ohr hinein.
- Beim Zuhören kommt die gesamte Botschaft tatsächlich im Ohr an.
Hören - Hinhören - Zuhören
| Hören | Hinhören | Zuhören |
|---|---|---|
| Hören ohne Hinhören kann heißen: mit sich selber beschäftigt zu sein, nur sporadisch aufzumerken und einem Gespräch nur solange zu folgen, bis selbst geredet werden kann. Die Aufmerksamkeit ist nicht auf den Gesprächsinhalt, sondern auch auf die eigene Beschäftigung, die eigenen Gedanken und die Gelegenheit, zu Wort zu kommen, gerichtet. | Hinhören ohne Zuhören heißt: aufnehmen, was die andere Person sagt, ohne sich zu bemühen herauszufinden, was der andere meint oder sagen will. Man ist gefühlsmäßig noch unbeteiligt, distanziert und abwartend. | Zuhören heißt, sich in den Partner hinein zu versetzen, ihm volle Aufmerksamkeit zu schenken und dabei nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf Zwischentöne zu achten. Durch Haltung und Reaktion wird dem Gesprächspartner mitgeteilt, dass es im Moment nichts Wichtigeres gibt, als sie oder ihn. Man wartet mit voreiligen Stellungnahmen. |
Richtiges Zuhören heißt nicht, sich passiv zu verhalten und die Gesprächspartner reden zu lassen.
Richtiges Zuhören heißt: Vom Hören über das Hinhören zum aktiven Zuhören zu kommen.
Aktives Zuhören
In der Psychotherapie wird die Methode des aktiven Zuhörens schon lange angewandt. Das aktive Zuhören hat einen festen Platz in der Gesprächstherapie. Für eine konstruktive Gesprächsführung ist das aufmerksame Zuhören ebenso wichtig wie das klare und verständliche Reden.
"Aktives Zuhören" bedeutet:
- zu versuchen, sich in den Gesprächspartner oder die Gesprächspartnerin einzufühlen
- beim Gespräch mitzudenken
- dem Gesprächspartner/der Gesprächspartnerin Aufmerksamkeit und Interesse entgegenzubringen
Durch verbale und non- verbale Aufmerksamkeitsreaktionen wird dem Sender gezeigt, dass man aufmerksam ist, dass man versucht, zu verstehen und dass man Interesse und Anteilnahme hat.
Die vier Stufen des aktiven Zuhörens sind:
- Die Wahrnehmung
- Das Verstehen
- Das Bewerten
- Die Reaktion
Die Wahrnehmung
Wir nehmen selektiv wahr. Das ist auch sinnvoll, denn der Mensch wäre gar nicht fähig, auf alle Informationen, Reize, Eindrücke einzugehen.
Auf eine Person stürzen viele Reize gleichzeitig ein, z.B.
- Baulärm
- Telefonklingeln
- Naturgeräusche
- Krankenwagensirene
- Radioprogramm
- andere Menschen
Die Aufmerksamkeit ist nicht bei allen Geräuschquellen gleichzeitig, sondern wechselt.
Das Verstehen
Beim Verstehen wird das Gehörte aufgefasst und begriffen. Missverständnisse können zum Beispiel entstehen, wenn Sender und Empfänger Begriffe verschieden definieren.
Die eine Person spricht von einer Sirene eines Ambulanzfahrzeugs, die andere Person stellt sich die Sirene eines Polizeifahrzeugs vor und versteht den Zusammenhang nicht:
Das Bewerten
Wir tendieren dazu, alles zu bewerten, was wir gehört und verstanden haben.
Die eine Person spricht von Urlaub. Für sie bedeutet das Urlaub in den Bergen.
Die zuhörende Person denkt bei Urlaub sofort an Strandurlaub.
Die Reaktion
Verbale und Non- verbale Reaktionen wie "Wirklich?" "Aha!" etc., Kopfnicken, Blickkontakt etc. sind Techniken, die aktives Zuhören erleichtern.
Soweit so gut. Das aktive Zuhören hat schon seine Vorteile. Ist aktives Zuhören aber erlernbar?
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