Sicht des Senders
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Kommunikation aus Sicht des Senders
Zur Verdeutlichung ein Beispiel zunächst aus der Sicht des Senders:
Ein Ehepaar fährt mit dem Auto:
Die Sachebene (worüber ich informiere)
Der Sachinhalt in unserem Beispiel ist einfach. Der Mann informiert seine Frau darüber, dass die Ampel grün ist. Diese Seite der Nachricht ist also unmissverständlich, geradezu banal. Der Sachinhalt einer Nachricht wird verständlich durch eine einfache, knappe und klar geordnete Formulierung: "Du, da vorne ist grün".
Die Beziehungsebene (wie wir zueinander stehen)
Die Nachricht enthält auch eine Beziehungsbotschaft. Der Sender deutet an, wie er zum Empfänger steht, was er von ihm, in unserem Beispiel von ihr, hält.
Dies zeigt sich meist in der Formulierung und im bewusst oder unbewusst angeschlagenen Tonfall und anderen nicht-sprachlichen Signalen. Genau für diese Seite der Nachricht hat der Empfänger ein besonders empfindliches Ohr. Hier fühlt er/sie sich als Person in bestimmter Weise behandelt oder misshandelt.
In unserem Beispiel gibt der Mann durch seinen Hinweis zu erkennen, dass er seiner Frau nicht so recht zutraut, ohne seine Hilfe den Wagen optimal zu fahren. Die Frau wiederum wehrt sich durch ihre Antwort "Fährst du oder fahre ich?" gegen die "Bevormundung".
Fazit: Eine Nachricht senden, heißt auch immer, zu dem Angesprochenen eine bestimmte Art von Beziehung auszudrücken.
Die Selbstoffenbarungsebene (was ich von mir selbst kundgebe)
Jede Nachricht verrät etwas über den Sender selbst. Bewusst oder meistens unbewusst gibt der Sender etwas von sich preis.
In unserem Beispiel können wir entnehmen, dass der Sender deutschsprachig und farbtüchtig ist, überhaupt dass er wach und aufmerksam ist. Vielleicht sogar, dass er es eilig hat. Diese Botschaft ist nicht ganz klar und seine Frau, der Empfänger, muss sie eigentlich erraten.
Die Appellebene (wozu ich dich veranlassen möchte)
Letztendlich wird kaum etwas nur so gesagt. Fast alle Nachrichten enthalten auch einen Appell. Der Sender möchte den Empfänger beeinflussen, er möchte ihn veranlassen, etwas zu tun, zu denken oder zu fühlen.
In unserem Beispiel lautet der Appell vielleicht: "Gib ein bisschen mehr Gas, dann schaffen wir es noch bei grün!"
Dieser Appellaspekt ist vom Beziehungsaspekt zu unterscheiden. Denn den gleichen Appell kann man ganz verschieden senden, sodass der Empfänger sich vollwertig oder herabsetzend behandelt fühlt.
In unserem Beispiel mag die Frau den Appell an sich vernünftig finden, aber empfindlich auf die Bevormundung reagieren. Oder umgekehrt könnte sie den Appell für unvernünftig halten ("Ich sollte nicht mehr als 60 fahren"), aber es ganz in Ordnung finden, dass der Mann ihr auf diese Art Vorschläge zur Fahrweise macht.
Wir haben dieses Beispiel überwiegend aus der Sicht des Senders betrachtet:
- Er teilt Sachinformationen mit,
- drückt aus, wie er zum Empfänger steht, so dass sich diese/r in der einen oder anderen Weise behandelt fühlt.
- stellt sich gleichzeitig selbst dar,
- und außerdem versucht er, auf das Denken, Fühlen und Handeln des/der anderen Einfluss zu nehmen.
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