Social Networks

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Social-Network-Services

Community-Portale im Web werden kurz soziale Netzwerke genannt. In anderen Bereichen – z. B. Soziologie, BWL – hat der Begriff „soziale Netzwerke“ eine andere bzw. differenziertere Bedeutung. Aber bleiben wir in der virtuellen Welt: Diese typische Web-2.0-Anwendung zeichnet sich meist durch folgende Funktionalitäten aus:

  • Mit einem persönlichen Profil
    inkl. Fotos, diversen persönlichen Daten sich selbst darstellen
  • "Netzwerkliste" erstellen
    Freunde, Bekannte u.a. und in das eigene virtuelle Adressbuch eintragen
  • Nachrichten verschicken und empfangen
  • Privatsphäre individuell einstellen
    z. B. Daten in Google (nicht) auffindbar machen, nur für Menschen im eigenen Netzwerk oder für niemanden sichtbar
  • Netzwerke optisch darstellen
    gemeinsame Bekannte mit anderen UserInnen sichtbar machen: Wer kennt wen über wen?
  • Automatische Benachrichtigungen, wenn es etwas Neues im Netzwerk gibt
    z. B. jemand im eigenen Netzwerk hat einen neuen Kontakt, neuen Job etc.
  • Multimedia-Dateien einfügen
  • (Interessens-)Gruppen beitreten
  • und noch vieles mehr ...

Wie kommunikationsfreudig Internet-UserInnen grundsätzlich sind, beweisen rasant wachsende Netzwerk-Plattformen wie beispielsweise MySpace, Xing, facebook, Netlog, Linkedin, wer-kennt-wen und StudiVZ und noch viele mehr.

Hier die populärsten Anwendungen inklusive kurzer Angaben zur Marktentwicklung und -bewertung. Auch wenn diese Seiten anspruchsvoll programmiert sind, bleibt die Frage offen, wofür genau all die Millionen von Internetmultis bezahlt werden. "Böse Zungen" behaupten, es sei wegen dem persönlichen Datenmaterial der UserInnen (siehe mehr dazu Kapitel "Meine Daten sind frei (zugänglich)").

Facebook – Der Erfolgspionier

2004 entwickelte der Harvard-Student Mark Zuckerberg eine Web-Austausch-Plattform für seine MitstudentInnen. Der damals 19-Jährige legte damit den ersten Stein für die gigantische Netzwerkplattform facebook: Bereits im Oktober des Jahres 2007 gehörte es mit 50 Millionen UserInnen zu den größten Netzwerkportalen, nachdem die Nutzung der Social Networking Plattform für die gesamte USA freigeschalten worden war und in Folge auch ausländische StudentInnen Zugang erhielten. Im August 2008 feierte facebook den hundertmillionsten Nutzer; laut eigenen Angaben sind mittlerweile über 140 Millionen aktive UserInnen registriert (Stand Dezember 2008). Die gelungene Ausbreitung nach Europa hängt vermutlich maßgeblich damit zusammen, dass facebook laufend übersetzt wird – mittlerweile gibt es 18 Sprachversionen. Zudem ist facebook keine reine Studentencommunity mehr: Nur noch etwa die Hälfte der User sind Studenten und Studentinnen. Die Plattform ist daher für eine breitere Zielgruppe interessant.

Welches marktwirtschaftliche Schwergewicht facebook ist, macht die Beteiligung von Microsoft deutlich: 240 Millionen Dollar ließ sich der IT-Konzern im Jahr 2007 die 1,6-prozentige Beteiligung kosten. Damit wurde facebook im Gesamten mit einem Marktwert von 15 Milliarden Dollar bewertet. Gründer Zuckerberg, der 2006 sein Psychologiestudium schmiss, um sich ganz facebook zu widmen, hält 30 % der facebook Inc. und ist somit der Shootingstar der Selfmade-Web-Milliardäre. Die Geschichte von facebook, seine Finanzierung und Entwicklung sind nicht unumstritten, nicht zuletzt weil die verbreitete Zuckerberg-Erfolgsgeschichte bei genauem Hinschauen etwas mehr verrät: So wurde bzw. wird die Plattform von Hedgefonds-Manager und PayPal-Gründer Peter Thiel unterstützt (PayPal: Bezahlsystem im Internet). Und zum anderen ist sie umstritten, weil die von den UserInnen auf der Plattform veröffentlichten Daten auch sehr private Informationen enthalten.

Mehr dazu: facebook.com
Zur online-Hilfe

StudiVZ – Das Studentenverzeichnis

Die reine Studentenplattform StudiVZ ging Ende 2005 online und wird als Kopie von Facebook gehandelt. Es gibt noch eine Variante für SchülerInnen (schülerVZ.net) und AbsolventInnen (meinVZ), die untereinander mit Schnittstellen verbunden sind. Die drei Plattformen dürften mit 12 Millionen Mitgliedern (Stand Ende 2008; lt. eigenen Angaben) die erfolgreichsten im deutschsprachigen Raum sein. Auch diese Plattform wird mit einem hohen Marktwert gehandelt: Die Holtzbrinck-Verlagsgruppe hat Anfang 2007 StudiVZ um ca. 85 Millionen Euro gekauft (der exakte Kaufpreis wurde nicht bekanntgegeben). Zum damaligen Zeitpunkt hatte StudiVZ etwa 8 Millionen NutzerInnen – was umgerechnet bedeutet, dass Holtzbrinck für jede/n registrierte/n UserIn etwa 100 Euro bezahlte. Im Zuge dessen wurde die Kritik laut, dass so viel Geld vor allem der persönlichen Daten wegen aufgewendet wurde.

Mehr dazu: studivz.net und bei der studiVZ-Tour

Xing – Das Business-Netzwerk

Laut Eigendefinition ist Xing (früher OpenBC) ein globales Business-Netzwerk, das über 6,5 Millionen Menschen rund um das Thema Beruf, Karriere und Geschäft verbindet. Die Registrierung und Basismitgliedschaft ist kostenlos. Um alle Möglichkeiten von Xing ausschöpfen zu können, muss eine Premiummitgliedschaft ab 4,95 Euro monatlich erworben werden. Damit können Netzwerke abgebildet, Nachrichten verschickt, Interessensgruppen gegründet, Jobs inseriert (und vieles mehr) werden. Das Xing-Prinzip ist einfach: Die Netzwerktheorie besagt, dass jeder Mensch über maximal sechs Ecken jeden kennt. So soll Xing zu einem besseren Networking im Geschäftsbereich verhelfen.

Am 19. Dezember 2008 gab Xing bekannt, dass der Informationsdienst socialmedian übernommen wurde. Der Info-Dienst soll in Xing integriert werden: Ge-plant ist, dass künftig Xing-Mitglieder automatisch mit den für sie relevanten Infos versorgt werden. Die Vision ist also ein Netzwerk mit einem Nachrichten-system als integralem Bestandteil. In Zukunft wird Xing also mehr sein als eine reine Vernetzungsmaschine und verspricht sich durch diese „All-in-one“-Lösung von Web-2.0-Diensten einen verstärkten Zulauf in den kommenden Jahren.

Mehr dazu: xing.com und zur Xing-Tour


Darstellung des Netzwerks: Xing stellt auf Knopfdruck grafisch dar, über welche und wie viele Ecken ein Kontakt zu einer unbekannten Person herstellbar ist (bzw. lässt sich abrufen, welche gemeinsame Bekannte man hat).

Externe Links



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