Solidarität

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Etwas Positives hat die globale Operationsweise der großen multinationalen Konzerne ja doch an sich: Sie öffnet uns die Augen und schärft unsere Sinne wie wichtig die weltweite Vernetzung im Kampf für die Durchsetzung und Einhaltung der ArbeitnehmerInnenrechte ist.

Diese Aufgabe ist nur dann von Erfolg gekrönt, wenn die Bemühungen der Gewerkschaften, der Nichtregierungsorganisationen, aber vor allem von engagierten Menschen im Norden, wie auch im Süden, aufeinander abgestimmt und Erfahrungswerte und Analysen ausgetauscht werden.

Jürgen Scharna, Betriebsrat bei Conti Deutschland, bringt es auf den Punkt:


??? Video David gegen Goliath. Der Kampf mexikanischer Arbeiter gegen Continental R: Michael Enger, D 2004 L: 0:21min

Bild:Goliath_soli.jpg

Quicktime Mediaplayer

zu beziehen via weltumspannend arbeiten.at


Inhaltsverzeichnis

Solidarität auf betrieblicher Ebene

Beispiel Sintel in Spanien

Anlässlich der Telekom-Liberalisierung in Spanien errichteten 1.800 Sintel-Mitarbeiter aus 14 Regionen und 36 Provinzen inmitten von Madrid ein Camp, von dem aus sie von Januar bis August 2001 gegen ihre Entlassungen protestierten.

Die MitarbeiterInnen des spanischen Ministeriums für Wissenschaft & Technik erklären sich jede Woche mit ihnen solidarisch:

aus "El Efecto Iguazu" von Pere Joan Ventura, E 2002
mehr Info bei normale.at

Beispiel ÖBB in Österreich

Für den 4. November 2003 rief die Gewerkschaft der Eisenbahner (jetzt vida) auf zu einem 12-stündigen Warnstreik gegen die Zerschlagung der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und den Eingriff der Regierung in bestehende Dienstverträge:

von kanalB, A 2003, Vertrieb: kanalB

Die negativen Konsequenzen der Bahn-Liberalisierungen, insbesondere auch in Großbritannien, schildert "Privatisierung und Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen in der EU-25" (164k) von Dr. Andreas Höferl / Österreichische Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung (ÖGPP) , Jänner 2005

Bild:Streik2003.jpg

Quelle: ÖGB Nachrichtendienst Nr. 3226

Beispiel freie DienstnehmerInnen in Österreich

2004 streikten erstmalig freie DienstnehmerInnen in Österreich.

Gerade die weitgehende Rechtlosigkeit der atypisch Beschäftigten schafft Gelegenheit, "Freie DienstnehmerInnen" betriebsintern gegeneinander auszuspielen, um eine Solidarisierung zu verhindern.

Bild:Veloce.jpg

Bei Veloce setzten sich die Fahrradbotinnen und -boten zur Wehr: Unfaire Arbeitsbedingungen, keine Gesprächsbereitschaft seitens des Firmeninhabers führten zu Warnstreiks. Entlassungen wegen Gründung eines Betriebssrates riefen schließlich einen unbefristeten Streik hervor.

Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) erklärte sich mit den Veloce-FahrradbotInnen solidarisch und richtete eine Streikkassa ein.

Eine Fahrradbotin schildert den Verlauf:

von kanalB, AT 2004
Vertrieb: kanalB

Die FahrerInnenversammlung hat nun Mitspracherecht und b.a.w. sind - mit Ausnahme des Streikführers - alle, denen aufgrund der Streikmaßnahmen gekündigt wurde, wieder beschäftigt worden.

Zur Initiative "Aktiv im Betriebsrat - Abenteuer Verantwortung" des ÖGB: ichbinsoweit.at

Solidarität auf europäischer Ebene

Aktionstag Soziales Europa

Im März 2000 haben die EU-Staats- und Regierungschefs beschlossen, die EU bis zum Jahr 2010 zur "wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaft der Welt" zu machen - einem Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt zu gewährleisten.

Die Wettbewerbsfähigkeit Europas wird oft ins Rennen geschickt, insbesondere wenn es um den Ausbau der neoliberalen Wirtschaftslogik geht. Die soziale Sicherheit jedoch wird im Diskurs vernachlässigt.

Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) unterstützt eine Diskussion über Wachstum und beschäftigungsfreundliche Reformen, solange diese Reformen "den Angestellten zugute kommen, den sozialen Dialog respektieren und eine Entfaltung der sozialen Dimension Europas voranbringen". Gleichzeitig betont der EGB, dass strukturelle Reformen alleine nicht ausreichten, die Ziele von Lissabon zu verwirklichen: die Politik müsse sicherstellen, dass Wachstum in wirksamer Weise vonstatten geht. Die Gewerkschaften lehnen die einseitige Nutzung der Lissabon-Strategie zur Legitimisierung von "neoliberalen Politikansätzen" ab, da die "Lissabon-Strategie auf eine Weise umgesetzt werden muss, die wirtschaftlich, sozial und ökologisch ausgewogen ist".

Die Kampagne "Unser Europa"

Das EU-Sozial- und Arbeitsministertreffen in Villach im Jänner 2006 ist von mehrheitlich kritischen Wortmeldungen zur sozialen Lage in der Union begleitet worden.

  • Die SPÖ bekräftigte ihre Forderungen nach einem Stopp des Steuerwettbewerbs und mehr EU-Ausgaben für Wachstum und Beschäftigung.
  • Die Arbeiterkammer beanstandet, dass das Konzept der "Flexicurity" nicht die einzige Antwort auf die EU-Arbeitsmarktkrise sein könne.
  • Die Armutskonferenz verlangte konkrete Ergebnisse bei der Armutsbekämpfung.
  • Das globalisierungskritische Netzwerk Attac fordert eine Stärkung des europäischen Sozialstaats.

Zum ÖGB-Memorandum und der BetriebsrätInnen-Konferenz, Januar 2006

"Unser Europa" ist sozial, friedlich und ökologisch - Eine Kampagne, getragen von Attac, Amnesty International, Arbeiterkammer Wien, Die Armutskonferenz, Greenpeace, Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Gewerkschaft der EisenbahnerInnen (GdE), Österreichische Bergbauern- und Bergbäuerinnenvereinigung
www.unsereuropa.at

Solidarität auf internationaler Ebene

Weltweit dieselben Lohnforderungen

Dieser Vorschlag, der den Kampf der Gewerkschaften weltweit widerspiegelt, hat es in sich. Standortwettbewerb wäre damit Geschichte:

aus "The Globalisation Tapes" von Mike Sperlinger, Indonesien 2002
Vertrieb: Lux Kunstagentur

Unterstützung zur Selbstorganisation

Angesichts wirtschaftlicher Dynamik im Industrie- und Dienstleistungssektor und gleichzeitiger Deregulierung und Informalisierung der Arbeitswelt sind die Sozialpartner – also Gewerkschaften, Arbeitgeberorganisationen und staatliche Institutionen – wichtige Träger für den gesellschaftspolitischen Dialog.

Die Förderung von Frauen in Gewerkschaften ist angesichts ihrer weiter anhaltenden Diskriminierung am Arbeitsplatz notwendig. Sie ist darüber hinaus ein wichtiger Beitrag zum Aufbrechen starrer innergewerkschaftlicher Strukturen. Gleiches gilt für die Notwendigkeit, junge Menschen für die Arbeit in Gewerkschaften zu motivieren.

Wir sehen im folgenden Video gute Beispiele aus Asien:

aus "Silk and Iron" von N.S. Nye, Thailand 2003
mehr Infos bei normale.at

"Die Nationale Hausfrauengewerkschaft Venezuelas" (8k) von Ben Dangl, erschienen bei www.zmag.de



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