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"Ich bin Betriebsrätin bei der Firma Haferschrot. Die Haferschrot GmbH ist eine Großbäckerei mit insgesamt 400 ArbeiterInnen und 45 Angestellten. Wir haben 40 Filialen, eine Zentrale und auch viel Fahrpersonal.
Ein Problem ist, dass es in der Branche harten Wettbewerb gibt. Unsere Bäckerei expandiert. Als Betriebsratsteam haben wir da viel zu tun. Ein wichtiges Thema ist Teilzeit, die sich zu einer 40 Stunden Beschäftigung ausweitet. Hier versuchen wir, eine Vollzeit-Anstellung für die Kollegen und Kolleginnen zu erreichen. Außerdem ist die Gesundheit am Arbeitsplatz ein Thema für uns.
Wir machen zwar viel, die Beschäftigten bekommen das aber oft nicht mit. Das wollten wir gerne ändern und unser Image bei den Kollegen und Kolleginnen verbessern."
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"Wir haben uns entschieden, die Beschäftigten direkt zu fragen, wie es ihnen geht und was sie von unserer Arbeit halten. Am liebsten hätten wir das mit einem Forschungsinstitut gemeinsam gemacht, die möglichen Kosten haben uns aber abgeschreckt. Daher haben wir versucht, selbst ein paar Interviews zu machen.
Jedes Betriebsratsmitglied hat mit fünf Kollegen oder Kolleginnen gesprochen, so sind wir zu 40 Interviews gekommen. Es ging darum, was die Leute überhaupt von unserer Arbeit wissen und was sie von uns halten - welche Eigenschaften sie dem Betriebsrat zuschreiben.
Gefragt wurde in der Zentrale, aber auch in den Filialen und beim Fahrpersonal; wir haben ungefähr zu gleichen Teilen mit ArbeiterInnen und Angestellten, Frauen und Männern gesprochen. Auch die Filialleitung wurde gefragt. Die Ergebnisse haben wir dann ausgetauscht und aufgeschrieben. So haben wir zumindest eine Ahnung davon bekommen, was die Leute denken.
Erschreckend für uns war, dass neue Beschäftigte oft gar nicht wissen, dass es einen Betriebsrat gibt. Jene, die uns kennen, fanden uns engagiert. Trotzdem hielten sie uns für eher schwach bei der Durchsetzung von Forderungen. Das wollten wir gerne ändern, schließlich gibt es auch Erfolge in unserer Arbeit. Nach der Analyse waren wir uns einig, dass eine Image-Verbesserung nötig war."
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"Diese Ziele wollten wir auch kontrollieren. Deshalb haben wir im Betriebsratsbüro eine Liste der neuen Beschäftigten aufgehängt. Auf ihr wurde vermerkt, wer bereits von einem Betriebsrats-Mitglied besucht wurde. In der Betriebsrats-internen Sitzung haben wir jedes Mal die Liste besprochen.
Ob das zweite Ziel erreicht wurde, wollten wir mit einer Befragung nach einem Jahr kontrollieren. Die Befragung sollte auch zeigen, ob die Kollegen und Kolleginnen uns bei der nächsten Wahl bestätigen wollen."
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"Wir haben überlegt, mit welchen Kommunikationsmitteln wir unser Image beeinflussen können. Abgesehen vom Gespräch braucht es auch schriftliche Medien. Eine Zeitung kam nicht in Frage, keiner wollte sich diese Arbeit antun.
Eine Homepage hätte uns schon besser gefallen, eine Kollegin hat schon einmal programmiert und könnte uns helfen. Wir wissen aber nicht, wer von den Beschäftigten Internet zu Hause hat. Nur die Angestellten haben im Büro Internetanschluss, in den Filialen ist das leider nicht so. Eine Homepage zahlt sich für den Betriebsrat deshalb leider nicht aus.
Am wichtigsten waren uns die Gespräche mit den Kollegen und Kolleginnen. Die wollen wir ausbauen.
Als einen Anlass für Gespräche haben wir eine Frühstücksbox erfunden, die wir in den Filialen und auch beim Fahrpersonal verteilen. Wir füllen die Box mit Schinken, Ei, Käse und Obst und so weiter und legen auch ein aktuelles Flugblatt bei. Auf dem Flugblatt steht ein Hinweis auf unsere Telefonnummer und die Öffnungszeiten des Betriebsratsbüros, damit die Beschäftigten wissen, wo sie nachfragen können.
Eine gute Idee war es außerdem, die Betriebsratsmitglieder auf dem ersten Flugblatt mit einem Foto vorzustellen und genauere Informationen dazuzuschreiben – also den Namen, die Erreichbarkeit, den Schwerpunkt der Betriebsratsarbeit und so weiter. Dadurch bekamen die Leute ein Gesicht zum Namen, sie konnten uns leichter dem Betriebsratsteam zuordnen."
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"Die Befragung hat gezeigt, wie der Betriebsrat wahrgenommen wird, wie unser Image ist. Unsere Kommunikation im letzten Jahr ist sehr gut angekommen. An die Frühstücksboxen haben sich die Leute am häufigsten erinnert.
Die Befragung hat uns auch gezeigt, wie die Kolleginnen und Kollegen für die Betriebsratswahl mobilisierbar sind. Jetzt bereiten wir die Wahl vor und hoffen auf ein gutes Ergebnis. Wir möchten auch im nächsten Jahr mit der Image-Kampagne weitermachen."

