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"Als Mitglied des Betriebsrats der Pharmamio AG war ich beunruhigt. Die Gerüchte über feindliche Übernahmen und Fusionen in der Branche nahmen zu. Dass Pharmamio ein Übernahmekandidat war, lag auf der Hand.
Als Betriebsrat geht es mir um die 2.400 Beschäftigten bei Pharmamio. Nach Fusionen oder Übernahmen gibt es fast immer Personalabbau. Das wäre für uns eine echte Krise.
Also haben wir im Betriebsrat beschlossen, einen Krisenplan zu erarbeiten. Zuerst ging es uns um eine genaue Situationsanalyse."
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"Zuerst haben wir uns überlegt, was man bei und vor einer Übernahme tun kann. Wir haben Leute von der Gewerkschaft und der Arbeiterkammer eingeladen, mit anderen Betriebsräten gesprochen und auch mit Personen von der Börse.
Gemeinsam haben wir uns dann entschieden, die MitarbeiterInnenbeteiligung an Pharmamio zu forcieren."
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"Es hat uns geholfen, eine mögliche Krise in mehrere Phasen zu unterteilen. Zuerst ging es um die Vorbeugung der Krise. Ideal wäre es natürlich, eine Übernahme ganz zu verhindern. Deshalb setzten wir auch auf strategisches Eigentum.
Falls es nicht gelingt, die 10 Prozent MitarbeiterInnenbeteiligung zu erreichen, müssten wir die mögliche Krise anders angehen. Wir haben für alle weiteren Phasen Ziele aufgestellt, die von weniger als 10 Prozent Beteiligung ausgehen.
Den Krisenplan wollen wir regelmäßig aktualisieren, damit er immer an die Situation angepasst bleibt."
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"Ehrliche Information war uns besonders wichtig. Wir haben für die Beschäftigten Material zusammengestellt, in dem alle Fragen zur Beteiligung beantwortet werden. Darin geht es auch um die Risiken bei der Beteiligung, wenn es zum Beispiel einen Kurssturz gibt."
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"Die Best-Practice-Beispiele haben wir uns aus vergleichbaren, großen Unternehmen geholt. Geholfen haben uns dabei die Gewerkschaft und die Betriebsrätinnen und Betriebsräte in diesen Konzernen.
Für uns war es auch wichtig, das Thema im Gespräch zu halten. Wir haben die Personalverantwortliche und einige Aufsichtsratsmitglieder regelmäßig darauf angesprochen. Unser Hauptargument war, dass die Beschäftigten ein stabiler, berechenbarer Kernaktionär sind. Ihre Beteiligung kann dem Unternehmen daher nur gut tun.
Nach dieser Vorbereitung haben wir das Thema im Aufsichtsrat diskutiert – und breite Zustimmung erreicht!"
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"Unsere Kampagne lief wunderbar, da kam die Nachricht: Eine feindliche Übernahme steht bevor. Wir wurden vom Vorstand nicht einmal informiert, sondern haben das in der Zeitung gelesen!
Gleich am Morgen haben wir eine improvisierte Betriebsratssitzung gemacht. Unsere Vorsitzende hatte die Gewerkschaft schon informiert. Noch gab es wenige Informationen, wir mussten ständig nachfragen und dranbleiben.
In der Betriebsratssitzung haben wir vereinbart, sofort die Beschäftigten zu informieren. Dafür haben wir uns auf zwei Sätze geeinigt, die immer wiederholt werden sollten, und zwar:
Wir werden über die Übernahme aller MitarbeiterInnen verhandeln. Der Betriebsrat lässt euch nicht im Stich.
Das Wort „Kündigung“ wollten wir gar nicht in den Mund nehmen, wenn, dann war von „Weiterbeschäftigung“ die Rede.
Als Erstes haben wir also einen E-Mail-Newsletter ausgeschickt und zu einer Betriebsversammlung zwei Wochen darauf eingeladen.
Auf unserer Homepage haben wir den Beschäftigten aktuelle Informationen angeboten, man konnte sich auch für einen SMS-Newsletter anmelden.
In der Betriebsversammlung wurde dann über den Fortschritt unserer Verhandlungen informiert.
Jede Woche haben wir sicher zwei Newsletter ausgeschickt, regelmäßig die Homepage und das Intranet aktualisiert.
Die ständige Kommunikation in der Krise war sicher wichtig. So hatten die Leute immerhin das Gefühl, sich auf uns verlassen zu können."

